Luftröhre (Trachea) — ca. 12 cm, C-förmige Knorpelspangen
Hauptbronchien — rechts steiler → Fremdkörper gelangt eher rechts
Lappen- & Segmentbronchien
Bronchiolen — kein Knorpel, viel glatte Muskulatur
Der rechte Hauptbronchus verläuft steiler → Fremdkörperaspirate landen daher häufiger rechts. Eselsbrücke: „Rechts = Richtig steil."
👃 Nase — Funktionen im Detail
Die Nase erfüllt 5 Aufgaben: Anwärmen, Anfeuchten, Reinigen (Flimmerhärchen + Schleim), Riechen (Riechschleimhaut im oberen Nasengang, N. olfactorius) und Resonanz für die Stimme.
Lokalisiert im oberen Nasengang (Siebbeinplatte) — Prüfungsfrage!
Prüfungsklassiker: „Wo liegt die Riechschleimhaut?" → oberer Nasengang! Nicht unten, obwohl die Luft hauptsächlich unten strömt.
🔊 Rachen (Pharynx) — 3 Abschnitte
Abschnitt
Lage
Wichtig für HP-Prüfung
Nasopharynx
hinter der Nase
Hier mündet die Ohrtrompete (Tuba auditiva / Eustachische Röhre)! → Verbindung Mittelohr
Oropharynx
hinter dem Mund
Tonsillen (Gaumenmandeln), Schlucken
Hypopharynx
hinter dem Kehlkopf
Übergang zu Speiseröhre und Larynx
Die Eustachische Röhre mündet in den Nasopharynx (Nasenrachen). Bei Erkältung → Mittelohrentzündung durch Keimaszension möglich.
🌬️ Kehlkopf (Larynx) & Luftröhre (Trachea)
Der Kehlkopf schützt die Atemwege beim Schlucken (Epiglottis klappt zu) und erzeugt die Stimme (Stimmlippen = Stimmbänder). Das Kehlkopfskelett besteht aus mehreren Knorpeln, der wichtigste ist der Schildknorpel (Adams Apfel).
Die Trachea ist ca. 12 cm lang, von C-förmigen Knorpelspangen offen gehalten (verhindert Kollaps), und teilt sich an der Bifurkation (Carina) in die beiden Hauptbronchien.
🌿 Bronchien & Bronchiolen
Pathophysiologie Bronchiolen: Keine Knorpelspangen → halten sich nur durch den negativen Pleuradruck offen. Bei Emphysem → elastische Rückstellkraft der Alveolenwände ↓ → Bronchiolen kollabieren bei Ausatmung → „Air trapping" (Luft bleibt gefangen). Das erklärt das Fass-Thorax-Bild!
Steuerung der Bronchialmuskulatur durch das vegetative Nervensystem: Sympathikus (Beta-2-Rezeptoren) → Bronchodilatation. Parasympathikus → Bronchokonstriktion.
Beta-2-Sympathomimetika (z. B. Salbutamol) erweitern die Bronchien = Sympathikus-Mimikry. Beta-Blocker → können Bronchospasmen auslösen → bei Asthma kontraindiziert!
Die Lunge als Tauschbörse: Sauerstoff rein, CO₂ raus — und wie das funktioniert.
🫁 Aufbau der Lunge
Linke Lunge
2 Lappen: Ober- und Unterlappen
Kleine Einkerbung (Herzkerbe) für das Herz
9 Segmente
Rechte Lunge
3 Lappen: Ober-, Mittel- und Unterlappen
Kein Herzkerbe → größer als links
10 Segmente
Prüfungsklassiker: Links = 2 Lappen, rechts = 3 Lappen! Eselsbrücke: „Drei Rechte" oder: das Herz braucht Platz links.
🫧 Pleura (Rippenfell)
Die Pleura besteht aus zwei Blättern: Pleura visceralis (liegt direkt der Lunge an) und Pleura parietalis (liegt der Brustwand an). Dazwischen liegt der Pleuraspalt mit wenig Gleitflüssigkeit und einem Unterdruck — dieser Unterdruck hält die Lunge entfaltet.
Warum kollabiert die Lunge bei Pneumothorax? Der Unterdruck im Pleuraspalt wird durch einströmende Luft aufgehoben → elastische Rückstellkraft der Lunge → Lunge fällt in sich zusammen. Kein Unterdruck = keine Entfaltung!
⚗️ Gasaustausch — Äußere & Innere Atmung
Begriff
Ort
Vorgang
Äußere Atmung
Alveolen → Kapillaren
O₂ in Blut, CO₂ aus Blut
Innere Atmung
Körperzellen
O₂ verbraucht, CO₂ produziert
A. pulmonalis
rechtes Herz → Lunge
führt venöses (O₂-armes) Blut!
Vv. pulmonales
Lunge → linkes Herz
führen arterielles (O₂-reiches) Blut!
Die Lungenarterie (A. pulmonalis) führt venöses Blut — Ausnahme der Regel „Arterie = sauerstoffreich"! Häufiger Prüfungsfehler.
🔵 Zyanose — Zentral vs. Peripher
Zentrale Zyanose
Blauverfärbung Schleimhäute + Lippen
Ursache: mangelhafter Gasaustausch in Lunge
Bei: Pneumonie, COPD, Herzfehler
Periphere Zyanose
Blauverfärbung Finger, Zehen, Ohrläppchen
Ursache: verminderte Durchblutung peripher
Bei: Herzinsuffizienz, Kälte
🏋️ Atemmechanik
Einatmung (aktiv): Zwerchfell kontrahiert → senkt sich ab. Inspirationsmuskulatur hebt die Rippen → Thorax weitet sich → Unterdruck → Luft strömt ein.
Ausatmung (passiv in Ruhe): Zwerchfell entspannt sich → hebt sich wieder. Elastische Rückstellkraft der Lunge drückt Luft heraus. Bei Belastung aktive Exspiration durch Bauchmuskeln.
Normale Atemfrequenz Erwachsener: 14–16/min (nicht 20–25! Dieser Wert ist erhöht = Tachypnoe).
Welche Aussage zur A. pulmonalis ist korrekt?
A
Sie führt sauerstoffreiches Blut von der Lunge zum Herzen.
B
Sie führt sauerstoffarmes (venöses) Blut vom Herzen zur Lunge.
C
Sie entspringt aus dem linken Ventrikel.
D
Sie gehört zu den Bronchialgefäßen.
Die A. pulmonalis (Lungenarterie) entspringt aus dem rechten Ventrikel und transportiert O₂-armes venöses Blut zur Lunge. Merke: Arterie = führt WEG vom Herzen — nicht notwendigerweise sauerstoffreich!
Kapitel 1.11 – 1.12
Lungenvolumina & Atmungsregulation
Zahlen, die man kennen muss — und wie der Körper die Atmung steuert.
📊 Lungenvolumina im Überblick
Begriff
Definition
Normalwert
Atemzugvolumen (AZV)
Normaler Atemzug in Ruhe
~500 ml
Atemminutenvolumen
AZV × Atemfrequenz
~7,5 l/min (15 × 0,5 l)
Inspirat. Reservevolumen (IRV)
Zusätzlich einatembar nach normalem Einatmen
~2,5 l
Exspirat. Reservevolumen (ERV)
Zusätzlich ausatembar nach normaler Ausatmung
~1,5 l
Residualvolumen (RV)
Verbleibt trotz maximaler Ausatmung in Lunge
~1,2 l
Vitalkapazität (VC)
Max. Ein- bis max. Ausatmung = IRV + AZV + ERV
~5 l
Totalkapazität (TK)
VC + RV = alles in der Lunge bei max. Einatmung
~6 l
Das Residualvolumen kann NICHT ausgeatmet werden → daher ist die Lunge nie komplett leer → verhindert Atelektase beim Gesunden.
Spirometrie misst VC und FEV₁ (Einsekundenkapazität). Das Residualvolumen kann die Spirometrie NICHT messen — dafür braucht man den Ganzkörperplethysmografen.
🧠 Atmungsregulation
Atemzentrum: Medulla oblongata (verlängertes Mark). Steuert Frequenz und Tiefe der Atmung.
Primär CO₂-Partialdruck! Bei COPD-Patienten oft nur noch O₂ als Trigger → Sauerstoffgabe gefährlich!
COPD-Notfall: Bei chronischen COPD-Patienten kann sich das Atemzentrum an dauerhaft erhöhtes CO₂ gewöhnen und reagiert nur noch auf niedrigen O₂-Spiegel. Zu viel Sauerstoff per Maske → Atemstimulus fällt weg → Atemstillstand möglich! → O₂ vorsichtig dosieren.
💭 Pathologische Atemmuster — Prüfungsklassiker
Atmungstyp
Beschreibung
Ursache / Kontext
Kussmaul-Atmung
Tiefe, regelmäßige, kraftvolle Atemzüge ohne Pause
Kräftige Atemzüge unterbrochen von langen Pausen (regelloser)
Lebensbedrohliche Störung des Atemzentrums
Schnappatmung
Einzelne schnappende Züge, lange Pausen dazwischen
Kurz vor dem Tod, Atemzentrumversagen
Tachypnoe
Atemfrequenz > 20/min
Fieber, Pneumonie, Azidose, Anämie, Lungenembolie
Kussmaul = Koma/Azidose → tief & regelmäßig wie eine Maschine. Cheyne-Stokes = Crescendo-Decrescendo, wie eine Welle (Herz/Hirn). Biot = Regellos (Brainstem-Schaden).
Welche Atmungsform tritt typischerweise beim diabetischen Koma auf?
A
Cheyne-Stokes-Atmung — periodisch an- und abschwellend mit Pausen
B
Kussmaul-Atmung — tiefe, regelmäßige Atemzüge als Reaktion auf Azidose
C
Schnappatmung — einzelne Atemzüge mit langen Pausen
D
Biot-Atmung — regellose Atemzüge mit Pausen
Beim diabetischen Koma entsteht eine metabolische Azidose. Der Körper versucht, den pH durch verstärkte Ausatmung von CO₂ anzuheben → Kussmaul-Atmung: tiefe, regelmäßige, auffällig kräftige Atemzüge.
Kapitel 2.1
Rhinitis & Sinusitis
Erkrankungen der oberen Atemwege — häufig, aber mit wichtigen Komplikationen.
Abschwellende Nasentropfen (z.B. Xylometazolin) nicht länger als 7–10 Tage anwenden → sonst Reboundphänomen: Rhinitis medicamentosa (Abhängigkeit).
🦷 Sinusitis — Nasennebenhöhlenentzündung
Entstehung: Schwellung der Nasenschleimhaut → Ausführungsgänge der NNH verlegt → Sekretaufstau → Bakterien/Viren siedeln sich an. Auch Zahnwurzelinfektionen können Kieferhöhle betreffen.
Eine 8-jährige Patientin hat seit Wochen Schluckbeschwerden, schläft schlecht und spricht undeutlich. Bei der Inspektion fallen vergrößerte Rachenmandeln (Adenoide) auf. Was ist die wichtigste Komplikation unbehandelter Adenoide?
A
Direkte Zahnschäden durch Mundatmung
B
Chronische Sinusitis der Keilbeinhöhle
C
Sprachentwicklungsstörung durch behinderte Nasenatmung und Hörstörungen (Mittelohrentzündung)
D
Erhöhtes Larynxkarzinom-Risiko
Adenoide (Rachenmandelhyperplasie) behindern die Nasenatmung → Mundatmung, Schlafstörungen, Mittelohrentzündungen durch Blockade der Eustachischen Röhre → Schallleitungsschwerhörigkeit → Sprachentwicklungsstörung. Häufig bei Kindern 3–8 Jahre.
Kapitel 2.1.3 – 2.2.2
Pharyngitis, Laryngitis & Kehlkopfkrebs
Heiserkeit als Leitsymptom — von harmlos bis lebensbedrohlich denken.
😮 Pharyngitis — Rachenentzündung
Fast immer viral (Rhinoviren, Adenoviren). Symptome: Halsschmerzen, Schluckschmerzen, Fieber, Heiserkeit, geschwollene Halslymphknoten. Wichtige Differenzialdiagnosen: Scharlach, Diphtherie, Mononukleose, Tonsillitis.
Bei Scharlach: Himbeer-/Erdbeerzunge, fleckiges Exanthem. Streptokokken-Schnelltest bei V.a. bakterielle Ursache → Antibiose vermeidet rheumatisches Fieber!
🗣️ Laryngitis — Kehlkopfentzündung
Leitsymptom: Heiserkeit bis Aphonie (vollständige Stimmlosigkeit). Ursachen: Viren, Bakterien, Überlastung der Stimme, Rauchen, Reizgase, Allergien.
Wichtig: Auch Flüstern belastet die Stimmlippen! → Stimmruhe heißt: GAR NICHT sprechen, auch nicht flüstern.
Progressiv > 3 Wochen: Immer Larynxkarzinom ausschließen! → Sofort HNO
🔴 Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs)
Häufigster Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Hauptursachen: Rauchen + Alkohol (synergistischer Effekt!).
Heiserkeit > 3 Wochen → immer an Larynxkarzinom denken und zum HNO überweisen! Das ist eine HP-Grenze: niemals abwarten bei länger anhaltender progredienter Heiserkeit.
Therapie: Resektion des Kehlkopfs (Laryngektomie) + Strahlen-/Chemotherapie. Folge: dauerhaftes Tracheostoma, Verlust der Stimme.
🧒 Pseudokrupp
Subglottische Laryngitis bei Kleinkindern (1–5 Jahre), meist viral. Abends/nachts plötzlich bellender Husten, Heiserkeit, inspiratorischer Stridor, Atemnot. Kinder gehen oft ohne Symptome ins Bett!
Pseudokrupp: Stridor inspiratorisch (Verengung oberhalb der Stimmritze). Erste Hilfe: feuchte, kühle Luft (Fenster auf, Badezimmer mit Dampf). Kein Fieber typisch, kein Speichelfluss.
Eine der häufigsten Todesursachen weltweit — und fast immer selbst gemacht.
📈 COPD — Was steckt dahinter?
COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) umfasst chronische obstruktive Lungenerkrankungen: chronische Bronchitis und Lungenemphysem. Ursache: zu 90 % Rauchen. Auch: Luftverschmutzung, Stäube, genetisch (Alpha-1-Antitrypsinmangel).
Chronische Bronchitis
Definition WHO: Husten + Auswurf an den meisten Tagen von ≥ 3 Monaten/Jahr über ≥ 2 Jahre
Hypertrophie der Schleimdrüsen, Hypersekretion
„Raucherhusten" morgens
Lungenemphysem
Irreversible Überblähung der Alveolen, Zerstörung der Alveolenwände
↓ elastische Rückstellkraft → Air trapping
Nicht heilbar!
Pathophysiologie Emphysem: Proteasen (Elastasen aus Neutrophilen, aktiviert durch Rauch) zerstören das Elastin der Alveolenwände → Alveolen platzen → große Blasen (Emphysemblasen). Spontanpneumothorax möglich! Bei Ausatmung kollabieren die Bronchiolen (kein Knorpel, kein Zug von außen mehr) → Luft bleibt gefangen.
🔍 Klinische Untersuchung beim Emphysem
Inspektion
Fassthorax: fassförmig erweiterter Brustkorb (verminderte Atemexkursion) Zwerchfelltiefstand Einsatz der Atemhilfsmuskulatur Uhrglasnägel, Trommelschlägelfinger
Perkussion
Hypersonorer Klopfschall (hohler als normal) Tief stehende, wenig verschiebliche Atemgrenzen Zwerchfelltiefstand
Impfung: STIKO empfiehlt Pneumokokken- und Influenza-Impfung
Sauerstoff-Langzeittherapie bei schwerer respiratorischer Insuffizienz
KEINE Heilung — nur Verlangsamung der Progression!
Tipps aus echten Prüfungen: COPD ist NICHT heilbar (falsch: Aussage 2 in Fragen). Körperliches Training ist NICHT kontraindiziert, sondern empfohlen. Spirometrie reicht zur Diagnose NICHT allein aus.
Welche Befundkombination ist typisch für ein Lungenemphysem? (1 richtige Antwort)
Beim Emphysem: überblähte Lunge → hypersonorer (hohlklingender) Klopfschall. Die Alveolenwände zerstört → kaum Geräuschentstehung → leises Atemgeräusch. Zwerchfell nach unten gedrängt (Tiefstand). Atemgrenzen tief und wenig verschieblich.
Kapitel 2.2.7
Asthma bronchiale
Die chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung mit hyperreaktiven Bronchien — Pathophysiologie zuerst!
🔬 Pathophysiologie — Das Dreigestirn
Drei Mechanismen führen zur Bronchialobstruktion: 1) Bronchospasmus (Kontraktion der glatten Bronchialmuskulatur durch Parasympathikus/Allergene) 2) Schleimhautschwellung (entzündlich) 3) Vermehrte Schleimsekretion (zäher Schleim). Alle drei verengen das Lumen → Ausatmung erschwert (obstruktive Ventilationsstörung)!
📋 Formen des Asthmas
Extrinsisches / Allergisches Asthma
Beginn: Kindheit / Jugend
Trigger: Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare
IgE-vermittelt, Atopie
Bauernhof-Aufwachsen: SCHÜTZT vor Asthma!
Intrinsisches / Nicht-allergisches Asthma
Beginn: oft Erwachsenenalter
Trigger: Infekte, Kälte, körperliche Belastung, ASS, Betablocker
ASS und NSAR können Asthmaanfälle auslösen (Aspirin-Asthma) durch Hemmung des COX-Enzyms → Leukotriene überwiegen → Bronchospasmen. Betablocker blockieren Beta-2-Rezeptoren → Bronchokonstriktion!
Kurzwirksame Beta-2-Mimetika per Dosieraerosol (3 Hübe alle 30 min)
Sauerstoff per Maske
Venösen Zugang legen, Kortison i.v. (Arztaufgabe)
Asthma = obstruktive Ventilationsstörung (NICHT restriktiv!). Ausatmung hauptsächlich erschwert, nicht Einatmung. Typischer Stridor: EXSPIRATORISCH (Giemen). Inspiratorischer Stridor → andere Ursache suchen (Glottisödem, Trachealstenose).
Ein 58-jähriger Patient mit bekanntem Asthma sitzt schwer atmend am Bett. Sie auskultieren über allen Lungenabschnitten Giemen und Pfeifen sowie eine verlängerte Ausatmung. In welcher Position sollte er in die Klinik transportiert werden?
A
Stabile Seitenlage
B
Flache Rückenlage
C
Sitzend (erhöhter Oberkörper)
D
Schocklage (Beine hoch)
Bei Atemnot jeglicher Ursache gilt: sitzend oder mit erhöhtem Oberkörper transportieren. Das entlastet das Zwerchfell, erleichtert die Atemarbeit und nutzt die Atemhilfsmuskulatur optimal. Schocklage würde die Atemnot dramatisch verschlechtern.
Kapitel 2.3
Pneumonie & Lungenabszess
Die häufigste infektionsbedingte Todesursache — Typen, Befunde und HP-Grenze.
📊 Typisch vs. Atypisch
Typische Pneumonie (Lobärpneumonie)
Erreger: Pneumokokken (häufigste Ursache bei jungen Menschen)
Beginn: stürmisch mit hohem Fieber + Schüttelfrost
Röntgen: deutlich pathologisch — trotz kaum Befund bei Auskultation!
Diagnose: CRP, Thorax-Röntgen
Merkhilfe: Typisch = T wie Trompete (laut, dramatisch, Lobärpneumonie mit klaren Befunden). Atypisch = A wie Ausweichen (leise, schleichend, versteckt sich vor dem Stethoskop).
🔬 Wichtige Erreger
Pneumokokken
Häufigster Erreger bei jung + alt → typische Lobärpneumonie Impfung: STIKO empfiehlt ≥65 J. + COPD
Mykoplasmen
Häufig bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen Atypischer Verlauf „Walking pneumonia" (Patient noch mobil)
Verdacht auf Pneumonie → sofortige Überweisung Arzt/Klinik! Als Heilpraktiker dürfen Sie KEINE Pneumonie eigenständig behandeln. → Keine eigene Diagnosestellung ohne Arzt ist HP-Grenze.
📋 Diagnose-Checkliste Pneumonie
Fieber (Cave: Ältere → oft kein Fieber → Kälte, Verwirrtheit statt Fieber!)
Tachypnoe (> 20/min)
Produktiver Husten, Auswurf
Thorax-Röntgen → Verschattung
CRP ↑, Leukozytose
Normales Fieber schließt Pneumonie NICHT aus — besonders bei Älteren (> 65 J.) oder Immunsupprimierten kann Fieber fehlen! (Prüfungsfrage Antwort A falsch: „Bei normaler Körpertemperatur ist Pneumonie ausgeschlossen" → FALSCH!)
🧫 Lungenabszess
Nekrose von Lungengewebe mit eitriger Einschmelzung. Ursachen: Pneumonie (häufigste Ursache), Fremdkörperaspiration, Lungeninfarkt, Bronchialkarzinom. Symptome: hohes Fieber, Nachtschweiß, übelriechender putrider Auswurf. Im Röntgen: Hohlraum mit Flüssigkeitsspiegel.
Bei welcher Pneumonie ist der Auskultations- und Perkussionsbefund oft UNAUFFÄLLIG, obwohl das Röntgenbild deutliche Verschattungen zeigt?
Bei der atypischen Pneumonie ist das Interstitium (Zwischenzellgewebe) betroffen, nicht die Alveolen direkt. Daher: kein typisches Bronchialatmen, keine Dämpfung bei Perkussion → klinische Untersuchung unauffällig! Aber Röntgen zeigt deutliche interstitielle Verschattungen. → Röntgen ist hier das entscheidende Diagnosemittel.
Kapitel 2.4
Lungenembolie & Notfallmanagement
Eine der häufigsten plötzlichen Todesursachen — rasche Erkennung rettet Leben.
🔬 Pathophysiologie — Woher kommen die Thromben?
Ablauf: Tiefe Beinvenenthrombose (TVT) → Thrombus löst sich → gelangt über V. cava inferior → rechtes Herz → A. pulmonalis → verstopft Lungenarterie → Lungenabschnitt nicht mehr durchblutet (Ventilations-Perfusions-Mismatch) → Hypoxämie → Rechtsherzbelastung → akutes Rechtsherzversagen!
Die Lungenembolie entsteht NICHT aus dem linken Vorhof! (Prüfungsfalle: linker Vorhof → Thromben → systemische Embolie, z.B. Schlaganfall, nicht Lungenembolie!). Lungenembolie = venöses System → rechtes Herz → Lunge.
Bei Infarkt: Hämoptyse (Lungeninfarkt = hämorrhagische Nekrose)
Druckerhöhung im kleinen Kreislauf (pulmonale Hypertonie)
Ein 72-jähriger Patient kommt wenige Tage nach einer Kniegelenksarthroskopie mit plötzlichem Thoraxschmerz, Dyspnoe und Tachykardie (HF 160/min). Welche Diagnose hat Priorität?
A
Akuter Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
B
Pleuritis sicca
C
Lungenembolie
D
Pneumonie mit Pleuraerguss
Klassisches Szenario: postoperativer Patient nach Kniegelenks-OP (Immobilität → Beinvenenthrombose → Embolie) + plötzliche Trias aus Dyspnoe, Tachykardie, Thoraxschmerz → Lungenembolie bis zum Beweis des Gegenteils! Sofort Notarzt. Typische Prüfungsfrage.
Kapitel 2.6
Pleuraerkrankungen & Pneumothorax
Flüssigkeit oder Luft im falschen Raum — Befunde klar herleiten.
Leberzirhose (↓ Albumin → ↓ koll. osmotischer Druck)
Nephrotisches Syndrom
Exsudat (eiweißreich)
Pneumonie (parapneumonisch)
Pleuraempyem (Eiter)
Pleurakarzinomatose (Tumormetastasen)
Lungenembolie, Tuberkulose
🔍 Befunde Pleuraerguss
Untersuchung
Befund beim Pleuraerguss
Warum?
Perkussion
Gedämpfter Klopfschall (basal)
Flüssigkeit leitet Schall schlecht
Auskultation
Abgeschwächtes bis aufgehobenes Atemgeräusch
Erguss dämpft Geräusche ab
Stimmfremitus
Abgeschwächt / aufgehoben
Erguss unterbricht Schallleitung
Bronchophonie
Vermindert
Flüssigkeit dämpft Stimmübertragung
Atemgrenzen
Tief stehend, wenig verschieblich
Erguss komprimiert Lunge
Merkhilfe Pleuraerguss: Alles „basal, gedämpft, abgeschwächt" — wegen der Flüssigkeit, die Luft verdrängt und Schall absorbiert.
🌪️ Pneumothorax — Arten
Typ
Ursache
Besonderheit
Spontan-Pneumothorax
Platzen von Alveolen/Emphysemblasen — bevorzugt junge, schlanke Männer
Rezidivgefahr 30%; oft nur leichte Symptome
Traumatischer Pneu
Rippenfraktur, Stichverletzung
Offene Verbindung nach außen
Iatrogener Pneu
Pleurapunktion, ZVK-Anlage, Beatmung
Komplikation medizinischer Eingriffe
Spannungspneumothorax
Ventilmechanismus: Luft rein, aber nicht raus
Lebensbedrohlich! Sofort entlasten!
🔍 Befunde Pneumothorax
Untersuchung
Befund
Warum?
Perkussion
Hypersonor auf betroffener Seite
Luft im Pleuraspalt, keine Dämpfung durch Lunge
Auskultation
Aufgehobenes Atemgeräusch
Lunge kollabiert, kein Luftfluss
Stimmfremitus
Abgeschwächt/aufgehoben
Luft leitet Schall nicht weiter
Inspektion
Asymmetrische Thoraxexkursion, Nachhinken
Betroffene Seite bewegt sich kaum
Spannungspneumothorax = absoluter Notfall! Mediastinumverlagerung zur gesunden Seite → Herz + Gegenlunge komprimiert → Schock. Sofort: Notarzt, bis dahin Oberkörper hoch, beruhigen, Venenzugang.
Pleuraerguss — Merkhilfe
Perkussion: gedämpft (Wasser dämpft)
Atemgeräusch: abgeschwächt
Stimmfremitus: abgeschwächt
Pneumothorax — Merkhilfe
Perkussion: hypersonor (Luft = leer = hohl)
Atemgeräusch: aufgehoben
Stimmfremitus: abgeschwächt
Ein 23-jähriger schlanker Mann berichtet über plötzlich aufgetretenen stechenden Schmerz links-thorakal und Dyspnoe. Bei der Auskultation ist links kein Atemgeräusch hörbar, die Perkussion ergibt links einen hypersonoren Klopfschall. Was ist die wahrscheinlichste Diagnose?
A
Pleuraerguss links
B
Pneumonie links
C
Spontanpneumothorax links
D
Lungenembolie
Klassischer Spontanpneumothorax: junger, schlanker Mann, plötzlich stechender Thoraxschmerz + Dyspnoe. Befunde: aufgehobenes Atemgeräusch + hypersonorer Klopfschall auf betroffener Seite (Luft im Pleuraspalt). Beim Pleuraerguss wäre der Klopfschall gedämpft, nicht hypersonor.
Kapitel 2.7
Lungenfibrose, Sarkoidose & Schlafapnoe
Interstitielle Erkrankungen und die Schlafstörung mit Todesfolge.
🧬 Lungenfibrose — Grundprinzip
Chronische Entzündung des Lungeninterstitiums → Fibrosierung (Vernarbung) → Alveolen zerstört → restriktive Ventilationsstörung. In 50 % idiopathisch. Endstadium: vernarbte, steife Lunge. Nicht reversibel!
Sarkoidose: Oft Zufallsbefund im Röntgen (bihiläre Lymphadenopathie). Nicht durch Aerosole übertragbar! Keine typische Infektionskrankheit. Heilpraktiker-Meldepflicht: NEIN (im Gegensatz zu Tuberkulose!).
😴 Schlafapnoe-Syndrom
Wiederholte Atemstillstände > 10 Sekunden während des Schlafs. Betroffen: vor allem übergewichtige Männer mittleren Alters. Ursache: erschlaffte Rachenmuskulatur → Kollaps der oberen Atemwege.
CPAP-Maske (wichtigste Maßnahme!) Gewichtsreduktion Schlafhygiene verbessern Kein Alkohol am Abend! Schlafmittel kontraindiziert!
Schlafapnoe: KEIN Alkohol am Abend (entspannt Rachenmuskulatur → verschlechtert Apnoe). Schlafmittel ebenfalls kontraindiziert! Diagnose: Polysomnografie (Schlaflabor), NICHT Spirometrie.
Welche Aussagen zum Schlafapnoe-Syndrom sind korrekt? (Wählen Sie die richtige Kombination)
A
Schlafmittel sind die Therapie der Wahl zur Verbesserung des Schlafes
B
Ein Glas Wein am Abend verbessert die Schlafqualität
C
Nächtliche Herzrhythmusstörungen, Tagesmüdigkeit und erhöhtes Unfallrisiko sind mögliche Folgen
D
Schlafapnoe tritt ausschließlich bei normalgewichtigen Patienten auf
Schlafapnoe-Folgen: nächtliche Herzrhythmusstörungen (durch wiederholte Hypoxie), Tagesmüdigkeit (Schlafunterbrechungen), und erhöhtes Unfallrisiko (Sekundenschlaf). Alkohol und Schlafmittel verschlechtern das Syndrom — beides kontraindiziert!
Kapitel 2.5
Bronchialkarzinom
Weltweit häufigster Krebs bei Männern — spät symptomatisch, schlechte Prognose.
📊 Epidemiologie & Ursachen
Das Bronchialkarzinom ist der weltweit häufigste Krebs beim Mann. Hauptursache: Zigarettenrauchen (85–90 % aller Fälle). Weitere Ursachen: Asbest, Radon, Chrom, Nickel, Arsen, ionisierende Strahlung.
Asbest + Rauchen = synergistischer Effekt → Risiko multipliziert sich (nicht nur addiert)!
⚠️ Symptome
Frühstadium: meist symptomlos! (Prüfungsfrage). Später:
Lokale Symptome
Chronischer Husten (neu oder verändert) Hämoptyse (Blut im Auswurf) Dyspnoe, Heiserkeit (Rekurrensparese!) Obere Einflussstauung (V.-cava-superior-Syndrom)
Als HP: Bei Hämoptyse + chronischem Husten → immer Bronchialkarzinom in Differenzialdiagnose! Patient sofort zum Facharzt (Pneumologe/Internist). Keine eigenständige Behandlung. Neue Knochenschmerzen beim bekannten Bronchialkarzinom → Metastasen ausschließen → sofortige ärztliche Abklärung.
Zu den möglichen Symptomen eines Bronchialkarzinoms zählen: 1. Husten 2. Obere Einflussstauung 3. Hämoptyse 4. Rekurrensparese 5. Dyspnoe — Welche Aussage ist richtig?
A
Nur 1 und 5 sind richtig
B
Nur 1, 3 und 5 sind richtig
C
Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig
D
Alle Aussagen 1–5 sind richtig
Alle fünf sind mögliche Symptome: Husten (Reizung durch Tumor), Obere Einflussstauung (V.-cava-superior-Syndrom bei Kompression), Hämoptyse (Gefäßeinbruch), Rekurrensparese (Tumorinfiltration des N. recurrens → Heiserkeit!), Dyspnoe (Obstruktion, Atelektase). Merke: Rekurrensparese = Heiserkeit durch Karzinom ist HP-relevantes Warnsymptom!
Kapitel 3.2
Auskultation & Perkussion
Die körperliche Untersuchung der Lunge — Befunde aus Pathophysiologie ableiten.
👂 Atemgeräusche — Normalzustand
Vesikuläratmen: Normalbefund — leises, rauschendes Geräusch, vor allem bei Inspiration. Entsteht durch Luftfluss in Alveolen und kleineren Bronchien.
Bronchialatmen: Schärferes Geräusch, normal über Trachea und großen Bronchien hörbar. Pathologisch über Lunge bei Infiltration (Pneumonie) → Lungengewebe leitet Schall besser.
Stimmfremitus: Der Patient spricht „99" — der Untersucher ertastet die Vibrationen auf dem Thorax. Verstärkt bei Infiltration (Pneumonie). Abgeschwächt/aufgehoben bei Emphysem, Pneumothorax, Pleuraerguss, Pleuraschwarte.
Bronchophonie: Der Patient flüstert „66" — der Untersucher hört mit dem Stethoskop. Verstärkt bei Pneumonie (Infiltrat leitet Schall = Ägophonie bei festem Infiltrat).
Merkhilfe Pneumonie: Alles VERSTÄRKT — Stimmfremitus ↑, Bronchophonie ↑, Bronchialatmen. Denn: festes Gewebe leitet Schall besser als Luft (Telefon durch die Wand). Pneumothorax: alles ABGESCHWÄCHT (Luft leitet schlecht).
📋 Große Befundtabelle — Prüfungsüberblick
Erkrankung
Perkussion
Atemgeräusch
Stimmfremitus
Sonstiges
Pneumonie
Gedämpft
Feinblasige RG, Bronchialatmen
Verstärkt
Bronchophonie ↑, Fieber, CRP ↑
Emphysem
Hypersonor
Abgeschwächt
Abgeschwächt
Fassthorax, Zwerchfelltiefstand
Asthma (Anfall)
Hypersonor
Giemen, Pfeifen
Abgeschwächt
Exsp. verlängert, Silent chest = gefährlich
Pleuraerguss
Gedämpft (basal)
Abgeschwächt
Abgeschwächt
Atemgrenzen tief, wenig verschieblich
Pneumothorax
Hypersonor (einseitig)
Aufgehoben
Aufgehoben
Nachhinken, Tachykardie
Lungenfibrose
Normal/gedämpft
Knisterrasseln (basal)
Abgeschwächt
Restriktive Störung
Bei einer Lungeninfiltration (Pneumonie) ist der Stimmfremitus…
A
Abgeschwächt, weil die Alveolen mit Flüssigkeit gefüllt sind
B
Verstärkt, weil festes Gewebe Schall besser leitet als Luft
C
Aufgehoben, weil kein Luftfluss mehr stattfindet
D
Unverändert, weil der Stimmfremitus nur bei Pneumothorax verändert ist
Bei Infiltration (Pneumonie): Die Alveolen sind mit Zellen/Sekret gefüllt → festes Medium → leitet Schallwellen viel besser als Luft → Stimmfremitus verstärkt. Dies unterscheidet sich vom Pneumothorax (Luft = schlechte Schallleitung → abgeschwächt) und Pleuraerguss (Flüssigkeit zwischen Lunge und Thoraxwand → dämpft = abgeschwächt).
Kapitel 3.3 – 3.4
Lungenfunktion & Leitsymptome
Spirometrie verstehen, Sputum deuten und Dyspnoe systematisch angehen.
Chronischer Husten > 3–4 Wochen → immer Bronchialkarzinom ausschließen! → Fachärztliche Abklärung zwingend. Keine eigenständige Behandlung durch HP ohne ärztliche Abklärung!
Therapie Hyperventilation: In Plastiktüte atmen → CO₂ steigt wieder → Alkalose normalisiert sich → Krämpfe lassen nach. Gleichzeitig beruhigende Zuwendung.
Ein Patient mit bekannter COPD kommt in die Praxis mit zunehmender Atemnot. Welche Untersuchung gibt am besten Auskunft über das Ausmaß der Ventilationsstörung?
A
Blutbild (kleines BB)
B
Spirometrie (FEV₁ und Vitalkapazität)
C
Thorax-Röntgen in einer Ebene
D
EKG
Die Spirometrie misst FEV₁ (Einsekundenkapazität) und Vitalkapazität und ist das Standardverfahren zur Diagnose und Verlaufskontrolle obstruktiver und restriktiver Ventilationsstörungen. FEV₁ ↓↓ bei Obstruktion. Das Thoraxröntgen zeigt morphologische Veränderungen, aber quantifiziert die Funktionseinschränkung nicht.
Prüfungstraining
Prüfungsfragen — Mixed
Original-Prüfungsfragen im HP-Format — teste dein Wissen!
1. Welche Aussagen zu Atelektasen treffen zu? (2 richtige Antworten) A) Sackförmige irreversible Ausweiterungen der Bronchien B) Treten als Folge einer Kompression bei Pleuraerguss auf C) Klopfschalldämpfung bei der Untersuchung D) Grobblasige Rasselgeräusche typisch E) Treten bei Neugeborenen nicht auf
A
A und E
B
D und C
C
B und E
D
B und C
B und C sind richtig. Atelektasen = kollabierte Lungenabschnitte (nicht belüftet). Entstehen durch Kompression (z.B. Pleuraerguss, Tumor) oder Obstruktion. Befunde: gedämpfter Klopfschall, abgeschwächtes Atemgeräusch. A beschreibt Bronchiektasen (nicht Atelektasen). Neugeborene: Atelektasen sind häufig (unreife Lunge!).
2. Welche Aussagen zum Asthma bronchiale treffen zu? (2 richtige Antworten) A) Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege B) Zählt zu den restriktiven Ventilationsstörungen C) Inhalierbares Kortison ist Grundlage der Langzeittherapie D) Beta-2-Sympathomimetika führen bei Überdosierung zur Bradykardie E) Hypersonorer Klopfschall und Zwerchfellhochstand typisch
A
A und C sind richtig
B
B und C sind richtig
C
C und E sind richtig
D
A und B sind richtig
A und C richtig. Asthma ist definitiv eine chronisch-entzündliche Erkrankung (A ✓). Inhalative Kortikosteroide sind Basis der Langzeittherapie (C ✓). Asthma ist OBSTRUKTIV, nicht restriktiv (B falsch). Beta-2-Mimetika → Tachykardie (nicht Bradykardie!) bei Überdosierung (D falsch). Beim Asthmaanfall: Zwerchfelltiefstand (Überblähung), nicht Hochstand (E falsch).
3. Was beschreibt eine Cheyne-Stokes-Atmung?
A
Einzelne schnappende Atemzüge zwischen langen Pausen
B
Abnorm tiefe, regelmäßige Atemzüge (Azidose)
C
Erschwertes Atmen nur in aufrechter Haltung
D
Periodisches An- und Abschwellen der Atmung mit kurzen Atempausen
Cheyne-Stokes: crescendo-decrescendo Atemtyp — Atemzüge werden größer, dann kleiner, dann kurze Pause (~20 s). Ursachen: Linksherzinsuffizienz (Sauerstoffmangel im Atemzentrum), Hirnverletzung, Urämie. A = Schnappatmung. B = Kussmaul. C = Orthopnoe.
4. Welche Befunde sprechen für eine typische bakterielle Lobärpneumonie? (1 richtige Kombination aus: 1. Hohes Fieber 2. Tachypnoe 3. Gedämpfter Klopfschall 4. Aufgehobenes Atemgeräusch 5. Aufgehobener Stimmfremitus)
A
Nur 1 und 2
B
Nur 1 und 3
C
Nur 1, 2 und 3
D
Nur 2 und 4
1, 2 und 3 sind richtig. Hohe Fieber (1 ✓), Tachypnoe (2 ✓), gedämpfter Klopfschall über befallenem Lappen (3 ✓). ACHTUNG: Bei Pneumonie ist das Atemgeräusch nicht aufgehoben, sondern verändert (Bronchialatmen, Rasselgeräusche) (4 falsch!). Der Stimmfremitus ist VERSTÄRKT (nicht aufgehoben!) bei Infiltration (5 falsch!).
5. Bei der Untersuchung eines Patienten finden Sie rechts-basal ein fehlendes Atemgeräusch + Klopfschalldämpfung. Welche Diagnose ist wahrscheinlichste?
A
Lungenemphysem
B
Pneumothorax
C
Asthma bronchiale
D
Pleuraerguss / Pleuraschwarte
Fehlendes Atemgeräusch + gedämpfter (nicht hypersonorer!) Klopfschall basal → Flüssigkeit (Pleuraerguss) oder feste Schicht (Pleuraschwarte) zwischen Lunge und Thoraxwand. Pneumothorax: hypersonorer Klopfschall! Emphysem: hypersonor + abgeschwächt beidseits, nicht nur rechts-basal.
6. Welche Aussagen zur Lungenembolie sind korrekt? (1 richtige)
A
Der auslösende Thrombus verschließt die Pulmonalvene
B
Typisch sind Zeichen einer Linksherzbelastung
C
Thoraxschmerzen sprechen gegen eine Lungenembolie
D
Blut im Auswurf, Husten, Tachykardie, Tachypnoe können auf Lungenembolie hinweisen
D richtig. Die Embolie verschließt die Lungenarterie (A. pulmonalis), nicht die Vene (A falsch). Folge ist Rechtsherzbelastung, nicht Linksherzbelastung (B falsch). Thoraxschmerzen (pleuritisch) sind typisch für Lungenembolie (C falsch). D beschreibt korrekt die typische Symptomkonstellation.
7. Welche Erkrankungen sind typische OBSTRUKTIVE Atemwegserkrankungen? (2 richtige)
A
Lungenfibrose + ausgedehnter Pleuraerguss
B
Asthma bronchiale + Verengung der Luftröhre durch Tumor
C
Lungenfibrose + Lungenresektion
D
Pleuraschwarte + Pneumonie
Asthma bronchiale (Bronchospasmus, Obstruktion) und Trachealstenose (Tumor = mechanische Obstruktion) sind obstruktiv. Lungenfibrose, Pleuraschwarte, Lungenresektion, Pleuraerguss → alle restriktiv (weniger dehnbares oder weniger Lungengewebe).
8. Welcher Klopfschall ist typisch für einen Pneumothorax?
A
Gedämpfter Klopfschall — wie bei einem Pleuraerguss
B
Normaler (sonorer) Klopfschall — keine Veränderung