Kapitel 1 · Weibliche Anatomie
Anatomie & Menstruationszyklus
Aufbau der Geschlechtsorgane, Hormonachse, Zyklusphasen — die Basis für alle Gynäkologie-Fragen
Anatomie der weiblichen Geschlechtsorgane
Die weiblichen Geschlechtsorgane bestehen aus inneren und äußeren Anteilen. Für die HP-Prüfung ist die räumliche Lagebeziehung entscheidend.
| Organ | Lage & Aufbau | Funktion |
|---|---|---|
| Ovar (Eierstock) | Paarig, je eine auf jeder Seite im kleinen Becken, liegt frei — NICHT mit dem Eileiter verwachsen! | Follikelreifung, Eisprung, Östrogen- und Progesteronproduktion |
| Tuba uterina (Eileiter) | Paarig, verbindet Eierstock mit Gebärmutter. Liegt im Ligamentum latum. Trichterförmiges Ende (Infundibulum) umgreift den Eierstock. | Transport der Eizelle. Ort der Befruchtung! |
| Uterus (Gebärmutter) | Liegt zwischen Blase (vorne) und Rektum (hinten). Besteht aus: Endometrium (Schleimhaut), Myometrium (Muskel), Perimetrium (Serosa). | Implantation, Austragen der Schwangerschaft |
| Zervix (Gebärmutterhals) | Unterster Teil des Uterus. Übergang zur Vagina. Enthält Zervikalkanal. | Schleimpfropf, Spermientransport |
| Vagina | Muskulöser Kanal, 8–10 cm lang. Mündet in den Scheidenvorhof (Vestibulum). | Geburtskanal, Koitus |
Die Eileiter sind NICHT mit den Eierstöcken verwachsen — häufige Prüfungsfalle! Das Infundibulum umgreift den Eierstock nur. Deshalb können Eizellen auch in die Bauchhöhle fallen → Abdominalgravidität möglich. Der Gebärmutterhals ist der Übergang zur Vagina, nicht zu den Eileitern.
Der Menstruationszyklus — 28 Tage, zwei Hälften
Der Zyklus dauert durchschnittlich 28 Tage (Normalbereich 21–35 Tage) und wird von einer Hormonachse Hypothalamus → Hypophyse → Ovar gesteuert. LH und FSH werden in der Hypophyse gebildet, nicht in den Eierstöcken!
1. Zyklushälfte: Follikelphase (Tag 1–14)
Hormone: FSH ↑ → Follikelreifung → Östrogen ↑
Eisprung: LH-Peak ca. Tag 12–14 → Follikelruptur
Basaltemperatur: Niedrig (unter 37°C)
Endometrium: Proliferationsphase — wächst und verdickt sich
Fruchtbar: Kurz vor bis am Tag des Eisprungs (Tag 12–14)
2. Zyklushälfte: Lutealphase (Tag 15–28)
Gelbkörper (Corpus luteum) entsteht aus dem geplatzten Follikel
Hormone: Progesteron ↑ (+ Östrogen)
Basaltemperatur: Steigt nach Eisprung um ~0,3–0,5°C — bleibt erhöht!
Endometrium: Sekretionsphase — bereitet sich auf Einnistung vor
PMS: Kurz vor Menstruation (Stimmungstiefs, Wassereinlagerung)
2. Zyklushälfte = Progesteron + Gelbkörper + Temperatur hoch = PGT hoch. Nach dem Eisprung: Temperatur bleibt oben, bis die Menstruation kommt.
LH und FSH = Hypophysenhormone! Werden in der Prüfung oft falsch den Eierstöcken zugeordnet. Das prämenstruelle Syndrom tritt in der 2. Zyklushälfte auf, kurz VOR der Menstruation — nicht danach.
Bartholin-Drüsen — Prüfungsklassiker
Die Bartholin-Drüsen (Glandulae vestibulares majores) liegen beidseits am Scheideneingang und produzieren Sekret zur Befeuchtung. Eine Bartholinitis (Entzündung) ist ein klassisches Prüfungsthema:
Bartholinitis — Merkmale
Meist einseitig. Stark schmerzhaft. Schwellung am Scheideneingang. Erreger: oft Staphylokokken, Gonokokken — nicht Treponema pallidum! Bei Abszessbildung: chirurgische Inzision (nicht immer Antibiotika).
Therapy-Entscheidung
Akuter Befund ohne Abszess: Wärme, Sitzbäder, ggf. Antibiotika. Mit Abszess / Fluktuation: Inzision notwendig. Häufig rezidivierend → Marsupialisation.
Was ist bei der Bartholinitis typischerweise FALSCH?
A
Sie ist meist einseitigB
Bei akutem Abszess wird inzidiertC
Sie wird meist durch Treponema pallidum ausgelöstD
Sie zeichnet sich durch Schmerzhaftigkeit ausTreponema pallidum ist der Erreger der Syphilis — nicht der Bartholinitis. Typische Erreger sind Staphylokokken, Streptokokken, E. coli, Gonokokken. Alle anderen Aussagen (einseitig, schmerzhaft, Inzision bei Abszess) sind korrekt. Die Prüfung macht genau diesen Trick!
Kapitel 2 · Zyklusstörungen
Menstruationsstörungen
Fachbegriffe, Definitionen und typische Prüfungsfälle — die Nomenklatur muss sitzen
Die Fachbegriffe im Überblick
Die HP-Prüfung liebt Fälle wie: "Patientin blutet alle 36 Tage, für 9 Tage, sehr stark — wie nennt man das?" Hier müssen drei Begriffe gleichzeitig stimmen.
| Begriff | Definition | Normal |
|---|---|---|
| Eumenorrhoe | Normale Menstruation | Zyklus 25–35 Tage, Dauer 3–7 Tage, normale Stärke |
| Oligomenorrhoe | Seltene Menstruation | Zyklus > 35 Tage |
| Polymenorrhoe | Häufige Menstruation | Zyklus < 25 Tage |
| Amenorrhoe | Ausbleiben der Menstruation | Primär (nie gehabt) / Sekundär (≥ 3 Monate ausgeblieben) |
| Menorrhagie | Verlängerte Blutung | Dauer > 7 Tage |
| Brachymenorrhoe | Verkürzte Blutung | Dauer < 3 Tage |
| Hypermenorrhoe | Starke Blutung | Blutverlust > 80 ml |
| Hypomenorrhoe | Schwache Blutung | Blutverlust < 25 ml |
| Dysmenorrhoe | Schmerzhafte Menstruation | Krampfartige Schmerzen während der Blutung |
| Metrorrhagie | Azyklische Blutung | Blutung unabhängig vom Zyklus |
Merkhilfe Rhythmusstörungen: Poly = viel = kurzer Abstand (Poly = Polyester = viel Stoff). Oligo = wenig = langer Abstand (wie Oligarchie = wenige herrschen). Menorrhagie = Rhagie = zu Reichlich (an Tagen). Hypermenorrhoe = zu stark (Intensität).
Prüfungsfall: Die 49-jährige Patientin
Aus Originalprüfungen: "Patientin blutet alle 36–38 Tage (1), für 9 Tage (2), sehr stark (3) — welche drei Begriffe?" Die Antwort:
1. Alle 36–38 Tage
Zyklus über 35 Tage = Oligomenorrhoe
2. Für 9 Tage
Dauer über 7 Tage = Menorrhagie
3. Sehr stark
Starke Blutung = Hypermenorrhoe
Antwort A: Oligomenorrhoe + Menorrhagie + Hypermenorrhoe. Diese Kombination erscheint direkt so in Altprüfungen — lerne die Fachbegriffe auswendig, nicht intuitiv. "Metrorrhagie" bedeutet azyklisch — nicht einfach "viel Blut"!
Postmenopausenblutung — immer ernst nehmen!
Eine Blutung mehr als 12 Monate nach der letzten Menstruation ist eine Postmenopausenblutung und immer abklärungsbedürftig — sie gilt als malignomverdächtig (Endometriumkarzinom ausschließen!) — häufige Ursachen sind auch Atrophie, Polypen oder HRT.
Jede Postmenopausenblutung ist zwingend abklärungsbedürftig und gilt als malignomverdächtig bis zum Beweis des Gegenteils. Häufige Ursachen sind auch Endometriumatrophie, Polypen oder Hormonersatztherapie — trotzdem immer histologische Abklärung (Abrasio + transvaginale Sonographie). Sofortige gynäkologische Abklärung (z.B. Abrasio = Ausschabung). NIE als harmlos abtun — auch nicht bei jüngerer Patientin unter 50 Jahren!
Eine 53-jährige Frau, letzte Periode vor 2 Jahren, stellt sich mit vaginaler Blutung vor. Was ist richtig?
A
Harmlose Begleiterscheinung des Klimakteriums, keine Diagnostik nötigB
Immer abklärungsbedürftig — Endometriumkarzinom muss ausgeschlossen werdenC
Tritt typischerweise zwischen 48–52 Jahren auf und ist normalD
Nur bei Hitzewallungen abklärungsbedürftigPostmenopausenblutungen sind grundsätzlich abklärungsbedürftig — unabhängig vom Alter und ohne Ausnahme. Die häufigste ernsthafte Ursache ist das Endometriumkarzinom (Gebärmutterkrebs), das sich oft als erste Blutung in der Postmenopause manifestiert. Diagnostik: transvaginale Sonographie, Abrasio (Ausschabung).
Kapitel 3 · Gynäkologische Erkrankungen
Endometriose & Uterusmyome
Zwei häufige Prüfungsthemen — Unterschiede, Symptome und was der HP wissen muss
Endometriose — wenn Gebärmutterschleimhaut woanders wächst
Bei der Endometriose findet sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter. Dieses ektope Gewebe verhält sich wie normales Endometrium — es wächst unter Östrogeneinfluss und blutet bei der Menstruation. Das Blut kann nicht abfließen → Entzündung, Vernarbung, Zysten.
🔬 Was ist es?
Endometriose = benigne (gutartig!), chronische Erkrankung. Kein Karzinom. Häufig bei Frauen im reproduktiven Alter (20–40 Jahre).
📍 Lokalisation
Eierstock (häufigste Stelle), Eileiter, Blase, Rektum/Darm, Peritoneum, Vagina, Portio — überall möglich außer den inneren Geschlechtsorganen ausschließlich.
😣 Symptome
Dysmenorrhoe (oft stärkstes Symptom), chronische Unterbauchschmerzen, Dyspareunie (Schmerzen beim Sex), Sterilität! Bei Darmbefall: blutige Stühle möglich.
⏳ Verlauf
Beschwerden nehmen oft chronisch, schleichend zu — NICHT plötzlich. Nach der Menopause bessern sich die Beschwerden typischerweise (Östrogenabfall).
Endometriose an der Vagina/Portio: immer differenzialdiagnostisch an ein Karzinom denken. Portio-Veränderungen müssen abgeklärt werden. Endometriose-Herde können bluten und wie ein Tumor aussehen.
Prüfungsfallen Endometriose: (1) Sie ist BENIGNE, kein Krebs. (2) Sie tritt im reproduktiven Alter auf, NICHT regelmäßig in jedem Alter. (3) Beschwerden setzen SCHLEICHEND ein, nicht plötzlich. (4) Sie kann Sterilität verursachen. (5) Bei Darmbefall → blutige Stühle möglich.
Uterusmyome — gutartige Muskelknoten
Myome (Leiomyome) sind gutartige Tumoren der glatten Uterusmuskulatur. Sie sind die häufigsten gutartigen Tumoren der Frau im reproduktiven Alter. Maligne Entartung (→ Leiomyosarkom) ist sehr selten.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Entstehung | Vor der Menopause! Wachstum unter Östrogeneinfluss. Nach Menopause: Rückbildung (→ "erst nach Menopause" ist FALSCH in der Prüfung) |
| Häufigkeit | Sehr häufig, oft multipel (nicht nur solitär) — ca. 20–40% aller Frauen im reproduktiven Alter |
| Symptome | Verstärkte, verlängerte, azyklische Blutungen (Hypermenorrhoe, Menorrhagie, Metrorrhagie). Druckgefühl, Pollakisurie |
| Maligne Entartung | Selten! (<0,5%) → kein Grund zur Panik, aber Verlaufskontrolle nötig |
| Therapie | Nicht immer OP! Abwarten, Medikamente, Embolisation — Hysterektomie ist die letzte Option, nicht die erste |
Merkhilfe Myom vs. Endometriose: Myom = Muskel (M=M), gutartig. Endometriose = Endometrium außen, auch gutartig aber schmerzhaft. Beide sind NICHT bösartig!
Welche Aussage zu Uterusmyomen ist FALSCH?
A
Maligne Entartung ist seltenB
Symptome sind verstärkte, verlängerte und azyklische BlutungenC
Die Entstehung erfolgt erst nach der MenopauseD
Myome treten oft multipel aufMyome entstehen VOR der Menopause — ihr Wachstum ist östrogenabhängig. Nach der Menopause schrumpfen sie typischerweise. Die Aussage "erst nach der Menopause" ist eine klassische Prüfungsfalle. Alle anderen Aussagen sind korrekt: seltene maligne Entartung, Blutungssymptome, häufig multipel.
Kapitel 4 · Onkologie
Mammakarzinom
Häufigster Krebs der Frau — Risikofaktoren, Lokalisation, Metastasierung und was die Prüfung fragt
Grundfakten — das muss sitzen
📊 Häufigkeit
Häufigster maligner Tumor der Frau in Deutschland. Auch Männer können erkranken (ca. 1% aller Fälle).
📍 Lokalisation
Häufigste Stelle: oberer äußerer Quadrant (ca. 50%). Prüfungsfalle: "unten innen" ist falsch!
🦠 Metastasierung
Früh: lymphogen (axilläre Lymphknoten!) und hämatogen. Häufige Fernmetastasen: Knochen, Lunge, Leber, Gehirn.
🔍 Früherkennung
Mammographie-Screening (ab 50 J.), Selbstuntersuchung, klinische Untersuchung. Tumormarker allein sind kein zuverlässiges Screening!
Risikofaktoren — Prüfungsthema!
| Risikofaktor | Mechanismus / Erklärung |
|---|---|
| Familiäre Belastung (Mutter, Schwester) | BRCA1/BRCA2-Mutationen. Erhöht Risiko massiv |
| Frühe Menarche (< 12. Lj.) | Längere Östrogenexposition |
| Späte Menopause | Längere Östrogenexposition |
| Kinderlosigkeit / Nulliparität | Keine Schwangerschaftsschutzwirkung |
| Kein Stillen | Stillen ist protektiv — senkt Risiko |
| Ovarialkarzinom in der Vorgeschichte | Gemeinsame genetische Risikofaktoren (BRCA) |
| Mammakarzinom der anderen Brust | Stärkstes individuelles Risiko |
| Adipositas, Alkohol, Rauchen | Lebensstilfaktoren |
Prüfungsfalle: Häufige Schwangerschaften mit anschließendem Stillen sind protektiv, erhöhen das Risiko NICHT! Stillen senkt das Brustkrebsrisiko. Viele Schwangerschaften = viele Perioden ohne Menstruation = geringere Östrogenexposition.
Klinische Zeichen — alles abklären!
Tastbarer Knoten in der Brust — jeder Knoten muss abgeklärt werden, auch in jungem Alter
Vergrößerte axilläre Lymphknoten (Achsellymphknoten) — klassisches Frühzeichen der lymphogenen Metastasierung
Peau d'orange (Orangenhaut) — Ödem der Haut durch Lymphabflussstörung
Mamilleneinziehung oder Sekretion — Tumor zieht an Bändern
Asymmetrie, Hautrötung, Schwellung
Knochenmetastasen beim Mammakarzinom sind HÄUFIG — nicht selten! Sie verursachen Knochenschmerzen, pathologische Frakturen, Hyperkalzämie. Ebenfalls häufig: Lungenmetastasen, Lebermetastasen.
Wo entsteht das Mammakarzinom am häufigsten?
A
Unterer innerer QuadrantB
Oberer äußerer QuadrantC
Brustwarze (Mamille)D
Oberer innerer QuadrantDer obere äußere Quadrant ist mit etwa 50% die häufigste Lokalisation. Hier befindet sich der sogenannte "Axillarausläufer" (Spence-Achselausläufer) mit besonders viel Drüsengewebe. Deshalb sind auch axilläre Lymphknoten häufig der erste Ort der Metastasierung.
Kapitel 5 · Gynäkologische Onkologie
Ovarialkarzinom & Zervixkarzinom
Stille Killer und HPV-Verbindung — was die Prüfung wissen will
Ovarialkarzinom — die "stille Krankheit"
Das Ovarialkarzinom ist gefährlich, weil es lange symptomfrei bleibt. Es wird oft erst im fortgeschrittenen Stadium (III/IV) entdeckt, weil keine Frühwarnzeichen bestehen.
Risikofaktoren (erhöhen Risiko)
Kinderlosigkeit / Nulliparität
Familiäre Belastung (BRCA1/2)
Frühe Menarche, späte Menopause
Infertilität / Nulliparität (Ovulationsinduktion selbst nicht klar gesichert als Risikofaktor)
Protektive Faktoren (senken Risiko)
Häufige Schwangerschaften + Stillen ↓ Risiko
Orale Kontrazeptiva (Pille) — senkt Risiko erheblich
Tubenligatur / Hysterektomie
Häufige Schwangerschaften mit Stillen senken das Ovarialkarzinom-Risiko — erhöhen es NICHT! Identische Regel wie beim Mammakarzinom. Metastasierung: bevorzugt im Peritoneum (Bauchfell), deshalb → Aszites (Bauchwasser) im fortgeschrittenen Stadium. Aszites = Warnsignal!
Therapie: Operation + Chemotherapie
Die Standardtherapie des Ovarialkarzinoms besteht aus operativer Tumorentfernung (möglichst vollständig) und anschließender Chemotherapie. Reine Strahlentherapie spielt kaum eine Rolle. Metastasierung erfolgt bevorzugt peritoneal — NICHT nur lymphogen!
Zervixkarzinom — und der HPV-Zusammenhang
Das Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) ist in >95% mit einer Infektion durch humane Papillomaviren (HPV) assoziiert, insbesondere HPV 16 und 18. HPV-Impfung schützt deshalb effektiv vor Zervixkarzinom.
🦠 HPV & Zervixkarzinom
HPV = häufigstes sexuell übertragenes Virus. Persistierende Infektion mit Hochrisikotypen (16, 18) → Dysplasien → Karzinom. Latenz: oft 10–20 Jahre.
🔍 Fluor als Warnzeichen
Fleischwasserfarbener Fluor (wässrig-blutiger Ausfluss) ist ein klassischer Hinweis auf das Zervixkarzinom oder Endometriumkarzinom — nicht auf Ovarialkarzinom!
🛡️ Vorsorge
PAP-Abstrich (zytologisch). HPV-Impfung für Mädchen und Jungen (STIKO) vor dem ersten Sexualkontakt — idealtypisch 9–14 Jahre.
Welche Aussage zum Ovarialkarzinom ist korrekt?
A
Das Risiko ist bei häufigen Schwangerschaften mit Stillen erhöhtB
Es tritt immer hereditär aufC
Ein Aszites kann auf eine fortgeschrittene Erkrankung hinweisenD
Metastasierung erfolgt nur lymphogenAszites (Bauchwasser) entsteht durch peritoneale Metastasierung — ein typisches Zeichen des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms. Häufige Schwangerschaften + Stillen sind PROTEKTIV. Das Ovarial-Karzinom tritt nicht "immer hereditär" auf (nur ca. 10–15% sind familiär). Metastasierung erfolgt auch hämatogen und peritoneal, nicht nur lymphogen.
Kapitel 6 · Hormonstörungen
PCOS & Klimakterium
Polyzystisches Ovarialsyndrom, Wechseljahre und hormonelle Grundlagen
Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
Das PCOS ist die häufigste endokrine Störung der Frau im gebärfähigen Alter — betrifft ca. 5–10% aller Frauen. Nicht selten, nicht extrem selten!
⚠️ Was ist PCOS?
Kombination aus: Zyklusstörungen (Oligo-/Amenorrhoe) + Hyperandrogenismus (männlicher Behaarungstyp = Hirsutismus, Akne) + polyzystische Ovarien im Ultraschall.
📏 Ovarien bei PCOS
Ovarien sind im Ultraschall vergrößert (nicht klein!) mit vielen kleinen Follikeln (Perlenschnurmuster). NICHT extrem klein — klassische Prüfungsfalle!
⚖️ Metabolismus
Oft Insulinresistenz + Adipositas. Viele Patientinnen sind übergewichtig, aber ein relevanter Anteil hat Normalgewicht (Lean PCOS). Erhöhtes Diabetes- und kardiovaskuläres Risiko.
👶 Fertilität
Häufige Ursache von Sterilität (kein regelmäßiger Eisprung). Therapie: Lebensstiländerung, Metformin, ggf. Ovulationsinduktion.
PCOS-Prüfungsfallen: (1) Patientinnen sind häufig übergewichtig, NICHT schlank. (2) Ovarien sind vergrößert, NICHT klein. (3) PCOS ist häufig, keine 1:10.000-Erkrankung. (4) Therapie ist KEINE Operation + Chemotherapie — das ist totaler Unsinn für eine benigne Erkrankung!
Klimakterium & Menopause
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Klimakterium | Übergangsphase vor/nach der Menopause. Hormonelle Umstellung (Östrogen sinkt) |
| Menopause | Letzte Menstruation (im Durchschnitt ca. 51 Jahre). Definitionsgemäß erst 12 Monate nach letzter Blutung sicher! |
| Perimenopause | Jahre um die Menopause herum |
| Postmenopause | Zeit nach der Menopause |
Typische Symptome des Klimakteriums: Hitzewallungen (häufigste!), Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, vaginale Trockenheit, Libidoverlust. Langfristig: Osteoporoserisiko ↑ (Östrogenmangel → Osteoklasten ungebremst).
Lückentext — Klimakterium
Das Klimakterium ist die Übergangsphase um die . In dieser Zeit sinkt der Spiegel des weiblichen Hormons . Das häufigste Symptom sind . Langfristig steigt das Risiko für .
Kapitel 7 · Männliche Urologie — NOTFALL
Akuter Hoden — Hodentorsion!
Der gefährlichste urologische Notfall — Differenzialdiagnose, Prehn-Zeichen, sofortiges Handeln
Hodentorsion — HP-Notfall Nr. 1 der Urologie
Bei der Hodentorsion dreht sich der Hoden um seine eigene Achse → Samenstrangdrehung → Gefäßabklemmen → Ischämie. Ohne Therapie innerhalb von : irreversibler Hodenverlust!
Hodentorsion — typisches Bild
Alter: Meist Jugendliche / junges Erwachsenenalter (10–30 J.)
Beginn: Plötzlich, oft nachts, stärkste Schmerzen
Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, beinahe Ohnmacht
Prehn-Zeichen: Schmerzen beim Anheben des Hodens bleiben gleich oder nehmen zu (negatives Prehn-Zeichen)
Weitere Zeichen: Hochstehender Hoden, fehlender Kremasterreflex
Skrotum: Geschwollen, gerötet, überwärmt
Epididymitis / Orchitis — Abgrenzung
Alter: Eher junge Erwachsene bis Mittelalter (sexuell aktiv)
Beginn: Langsam, Schmerzen nehmen über Stunden zu
Begleitsymptome: Fieber, Dysurie möglich
Prehn-Zeichen: Schmerzen nehmen beim Anheben des Hodens ab (positives Prehn-Zeichen)
Ursache: Infektion — meist fortgeleitet von Harnwegsinfektion
Schmerzen: Breiten sich entlang des Samenstrangs zur Leiste aus
Das Prehn-Zeichen ist nicht zuverlässig! Bei einem Jugendlichen mit plötzlich starken Hodenschmerzen → sofortiger Notarzt / Klinikeinweisung — unabhängig vom Prehn-Zeichen-Ergebnis. Zeitfenster: 6 Stunden bis zum irreversiblen Hodenverlust. Keine Abwarten, kein "mal beobachten"!
Prehn-Zeichen: Hoden hochheben. Positiv (besser) = Entzündung. Negativ (schlechter/gleich) = Torsion. Merke: Positiv bei Epididymitis, Negativ bei Torsion. Aber immer einweisen — egal welches Ergebnis!
Differenzialdiagnosen "akuter Hoden" im Überblick
| Diagnose | Typisches Alter | Beginn | Schmerzen | HP-Maßnahme |
|---|---|---|---|---|
| Hodentorsion | 10–30 J. | Plötzlich, nachts | Stärkste, kein Nachlassen beim Hochheben | Sofort Klinik! Notfall |
| Epididymitis | Erwachsene | Langsam zunehmend | Weniger beim Hochheben | Arzt, Antibiotika |
| Orchitis | Jedes Alter | Subakut, mit Fieber | Diffus, beidseitig möglich (Mumps!) | Arzt, ggf. Klinik |
| Hodentumor | 20–40 J. | Schmerzloser Knoten! Wochen | Oft keine Schmerzen | Sofort Urologe |
| Hydrozele | Jedes Alter | Langsam, schmerzlos | Keine / kaum | Elektiv abklären |
| Varikozele | 15–25 J. | Ziehen beim Stehen | Dumpf, links häufiger | Elektiv abklären |
Ein 16-jähriger Junge klagt plötzlich (nachts) über stärkste Hodenschmerzen mit Übelkeit. Was ist die richtige Maßnahme?
A
Hodenhochlagerung und Kühlung, Kontrolle in 3 WochenB
Prehn-Zeichen testen — nur bei negativem Ergebnis einweisenC
Sofortige Klinikeinweisung ohne weitere zeitliche VerzögerungD
Vitalparameter messen — nur bei Fieber einweisenBei plötzlichen stärksten Hodenschmerzen in diesem Alter gilt: Hodentorsion bis zum Beweis des Gegenteils. Das Prehn-Zeichen ist nicht zuverlässig — deshalb muss sofort eingewiesen werden, unabhängig vom Ergebnis. Das Zeitfenster für den Hodenerhalt beträgt nur 6 Stunden. Jede Verzögerung gefährdet den Hoden.
Kapitel 8 · Prostata
Prostata — BPS & Karzinom
Benignes Prostatasyndrom vs. Prostatakarzinom — Symptome, PSA und die richtige Einordnung
Benignes Prostatasyndrom (BPS)
Früher "benigne Prostatahyperplasie (BPH)" — gutartige Vergrößerung der Prostata. Sehr häufig ab dem 5. Lebensjahrzehnt. Die vergrößerte Prostata drückt auf die Urethra → obstruktive und irritative Miktionsbeschwerden.
Obstruktive Symptome
Schwacher Harnstrahl, Startschwierigkeiten, Nachträufeln, verlängertes Wasserlassen, Harnverhalt
Irritative Symptome
Pollakisurie (häufiges Wasserlassen), Nykturie (nachts), imperierender Harndrang, Restharngefühl
Alter & Häufigkeit
Betrifft Männer ab ~50 Jahren. NICHT junges Erwachsenenalter (20–30 J.) — das ist eine Prüfungsfalle!
BPS-Prüfungsfallen: (1) Betrifft ältere Männer, nicht 20–30-Jährige. (2) Harnstrahl ist vermindert, nicht verstärkt. (3) Miktionsfrequenz ist erhöht, nicht vermindert. Typisch: Nachträufeln + Startschwierigkeiten + schwacher Strahl.
Prostatakarzinom — häufigster Krebs des Mannes
| Merkmal | Details für die Prüfung |
|---|---|
| Häufigkeit | Häufigster maligner Tumor des Mannes (nicht häufigste Todesursache durch Krebs!) |
| Alter | Typisch ab 65 Jahren. Selten unter 50 Jahren. |
| Symptome | Früh: oft keine oder wie BPS. Spät: Harnverhalt, Blut im Urin. Kein typisches Frühsymptom! |
| Metastasierung | Knochen — bevorzugt! (osteoblastische Metastasen) Auch Lymphknoten. Knochenmetastasen können Schmerzen und pathologische Frakturen verursachen. |
| PSA | Prostata-spezifisches Antigen. Erhöht bei Prostatakarzinom, aber auch bei BPS, Prostatitis, digital-rektaler Untersuchung. PSA-Erhöhung ist NICHT beweisend für Karzinom! Normalwert altersabhängig. |
| Früherkennung | Digital-rektale Untersuchung (DRU) + PSA. Ab 50 Jahren empfohlen. |
| Komplikationen einer OP | Impotenz (erektile Dysfunktion) + Harninkontinenz |
Prostatakarzinom metastasiert bevorzugt in Knochen (nicht Lunge, nicht Leber als erstes). Merke: Prostata → Pfeiler/Wirbelsäule — die Metastasen gehen in die Wirbelsäule, Becken, Femur.
Welche Aussage zum Prostatakarzinom ist FALSCH?
A
Metastasierung erfolgt gehäuft in die KnochenB
Die Symptome können zunächst wie beim BPS seinC
Komplikationen einer OP: Impotenz und InkontinenzD
Ein erhöhter PSA-Wert beweist ein KarzinomPSA (Prostata-spezifisches Antigen) ist ein sensitiver, aber nicht spezifischer Marker. Er ist auch erhöht bei BPS, Prostatitis, nach digital-rektaler Untersuchung oder nach Radfahren. Ein erhöhter PSA-Wert ist VERDÄCHTIG, aber nicht beweisend. Zur Sicherung braucht man eine Biopsie. PSA-Normalwert ist außerdem altersabhängig — kein fixer Wert!
Kapitel 9 · Männliche Erkrankungen
Hodentumor & Gynäkomastie
Schmerzloser Knoten als Alarmzeichen + Brustdrüsenvergrößerung beim Mann
Hodentumor — der schmerzlose Knoten
Der Hodentumor (meist Hodenkarzinom) betrifft typischerweise junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren — das häufigste Malignom dieser Altersgruppe beim Mann. Das entscheidende Merkmal: er ist oft schmerzlos!
Warnsignale Hodentumor
Einseitige, schmerzlose Hodenschwellung oder -verhärtung
Langsam wachsend (Wochen bis Monate)
Schweregefühl im Skrotum
Betrifft typisch 20–40 Jahre
HP-Maßnahme
Sofortige urologische Abklärung
Sonographie des Hodens
NIEMALS kühlen, hochlagern und abwarten!
Auch Hydrozele differenzialdiagnostisch bedenken
Schmerzloser Knoten im Hoden bei einem 20–40-jährigen Mann = Hodentumor bis zum Beweis des Gegenteils. Sofortige Überweisung zum Urologen. "Kühlen und abwarten" ist das falsche Management und kann lebensbedrohlich sein.
Gynäkomastie — Brustdrüsenvergrößerung beim Mann
Gynäkomastie = echte Brustdrüsenvergrößerung beim Mann (nicht nur Fettgewebe = Pseudogynäkomastie). Sie entsteht immer durch ein relativer oder absoluter Östrogenüberschuss bzw. Androgendefizit.
Pubertät
Vorübergehende Gynäkomastie durch Hormonumstellung — häufig, normal, bildet sich zurück
Leberzirrhose
Leber baut Östrogene nicht mehr ab → Östrogenanhäufung → Gynäkomastie
Hormontherapie
Östrogentherapie beim Prostatakarzinom → Gynäkomastie als Nebenwirkung
Rauschgifte
Cannabis, Heroin, Alkohol → Gynäkomastie möglich
Nebennierentumor
Östrogenproduzierende Tumoren → Gynäkomastie
Gynäkomastie-Prüfung: Alle 5 Ursachen (Pubertät, Leberzirrhose, Rauschgift, Hormontherapie, Nebennierentumor) sind korrekt. Wenn die Prüfung fragt "welche Ursachen sind richtig" und alle 5 aufgelistet sind — E (alle sind richtig) ist die Antwort!
Ein 25-jähriger Patient bemerkt seit 2 Monaten eine einseitige, schmerzlose Verhärtung des rechten Hodens, die größer zu werden scheint. Welche Aussagen treffen zu?
A
Das Alter spricht eher gegen eine bösartige ErkrankungB
Hoden kühlen und in 3 Wochen wieder vorstellenC
Bei bösartigem Hodentumor fehlen oft Schmerzen als Frühwarnzeichen + Hydrozele als Differenzialdiagnose bedenkenD
Es handelt sich um eine HodentorsionDas Alter (20–40 Jahre) spricht eher FÜR einen Hodentumor — das ist das klassische Erkrankungsalter. Schmerzlosigkeit ist das typische Zeichen des Hodentumors (Frühwarnzeichen fehlt). Hodentorsion hat plötzliche stärkste Schmerzen. Abwarten ist falsch. Differenzialdiagnostisch ist eine Hydrozele (Wasserbruch) denkbar — sie ist harmlos und transilluminierbar.
Kapitel 10 · Schwangerschaft
Physiologie & Schwangerschaftskomplikationen
Normale Schwangerschaft, physiologische Veränderungen und wichtige Notfallsituationen
Basics der Schwangerschaft
| Fakten | Details |
|---|---|
| Dauer | 40 Wochen (ca. 280 Tage) ab dem ersten Tag der letzten Menstruation. Nicht 30 Wochen — häufige Prüfungsfalle! |
| Gewichtszunahme | Normal: 10–12 kg (manchmal bis 16 kg). Nicht 25 kg oder ähnliches. |
| Folsäurebedarf | Erhöht! (Neuralhämmerschluss, Prävention Spina bifida). Nicht vermindert. |
| Jodbedarf | Erhöht — wichtig für Schilddrüse des Fetus |
| Eisenbedarf | Erhöht — für Hämoglobinproduktion |
| Emesis gravidarum | Schwangerschaftserbrechen: typisch im 1. Trimenon (1.–12. SSW). NICHT in der Spätschwangerschaft! |
Prüfungsfallen Schwangerschaft: (1) Dauer = 40 Wochen, nicht 30! (2) Folsäure ist erhöht, nicht vermindert. (3) Emesis gravidarum = Frühschwangerschaft (1. Trimenon). Hyperemesis = exzessives Erbrechen, Klinik nötig.
Vena-cava-Kompressionssyndrom
Ab dem 5. Schwangerschaftsmonat kann der schwere Uterus in Rückenlage die Vena cava inferior (untere Hohlvene) komprimieren → venöser Rückstrom sinkt → Blutdruck fällt → Schwindel, Ohnmacht. Sofortmaßnahme: Umlagerung auf die linke Seite!
Schwangere Frau wird ohnmächtig in Rückenlage → sofort auf linke Seite drehen! Diese Maßnahme kommt direkt in Altprüfungen. Linksseitenlage entlastet die Vena cava. Erst dann weitere Diagnostik.
Vorzeitiger Blasensprung
Abgang von klarer Flüssigkeit in der Schwangerschaft (vor Wehen!) → Verdacht auf Blasensprung (Fruchtwasserabgang). Gefahr: Nabelschnurvorfall → Nabelschnurkompression → fetale Asphyxie.
Vorzeitiger Blasensprung in der Schwangerschaft = sofortige Klinikeinweisung (liegend!). Das Kind ist durch einen möglichen Nabelschnurvorfall gefährdet. Nicht abwarten, nicht "vielleicht ist es nur Scheidensekret".
Plazentalösung und Placenta praevia
Vorzeitige Plazentalösung
Plazenta löst sich VOR der Geburt vom Uterus
Starke Schmerzen + verstecktes Blut (retroplazentares Hämatom)
Lebensbedrohlich für Mutter und Kind
Sofortiger Notkaiserschnitt nötig
Placenta praevia
Plazenta sitzt über dem Muttermund
Schmerzlose vaginale Blutungen
Vaginale Untersuchung kontraindiziert!
Diagnose: Ultraschall
Schutzimmunität — plazentagängige Antikörper
Mütterliche Antikörper (Nestschutz) gelangen durch die Plazenta auf das Kind. Nur IgG ist plazentagängig! IgM, IgA, IgE gelangen nicht durch die Plazentaschranke. Der Nestschutz hält ca. 3–6 Monate nach der Geburt an (nicht 2 Jahre!).
Eine schwangere Frau wird ohnmächtig, nachdem sie in Rückenlage liegt. Was ist die erste Maßnahme?
A
Schocklagerung (Beine hochlagern)B
Sofortige Infusion mit isotoner NaClC
Umlagerung auf die linke SeiteD
Blutdruck und Puls messenVena-cava-Kompressionssyndrom! Der schwere Uterus komprimiert in Rückenlage die Vena cava inferior → Blutdruckabfall → Ohnmacht. Erste Maßnahme: sofortige Linksseitenlage, um die Kompression zu beseitigen. Blutdruckmessen kommt danach, Schocklagerung ist kontraindiziert (würde den Druck auf die Vena cava erhöhen).
Kapitel 11 · Hypertensive Erkrankungen
Präeklampsie & Eklampsie
Die gefährlichste Schwangerschaftskomplikation — Symptome, Unterschiede und sofortiges Handeln
Die hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen im Überblick
| Erkrankung | Definition | Besonderheit |
|---|---|---|
| Gestationshypertonie | RR ≥ 140/90 in der Schwangerschaft, ohne Proteinurie | Ab SSW 20 |
| Präeklampsie | Hypertonie + Proteinurie (+/- Ödeme) | Leitsymptom-Trias. Gefährlich! |
| Eklampsie | Präeklampsie + generalisierte tonisch-klonische Krämpfe | Lebensbedrohlich |
| HELLP-Syndrom | H: Hämolyse, EL: Elevated Liver enzymes, LP: Low Platelets | Kann ohne vorherige Hypertonie auftreten! |
Präeklampsie — Symptome lernen!
Die Präeklampsie entsteht ab der 20. SSW und äußert sich durch:
🩺 Proteinurie
Eiweiß im Urin — Zeichen der Nierenbeteiligung. Nachweisbar mit Harnstreifentest
💢 Kopfschmerzen
Durch Hypertonie und zerebrale Beteiligung. Häufiges Symptom!
👁️ Sehstörungen
Flimmern, verschwommenes Sehen — Vorbote der Eklampsie!
🤢 Übelkeit/Erbrechen
Durch Organbeteiligung (Leber). Auch Oberbauchschmerzen möglich.
🦵 Ödeme
Gesicht und Hände (nicht nur Beine!) — rasches Anschwellen ist ein Warnsignal
Präeklampsie: Thrombozytenzahl ist ERNIEDRIGT, nicht erhöht! Eine "deutlich erhöhte Thrombozytenzahl" ist eine klassische Prüfungsfalle und falsch. HELLP-Syndrom: Thrombozytopenie + Hämolyse + Leberwerterhöhung — Glukosetoleranzstörung und Alpha-Amylase-Anstieg gehören NICHT dazu.
Eklampsie — was ist anders?
Die Eklampsie ist die Eskalation der Präeklampsie. Das entscheidende Unterscheidungsmerkmal: bei der Eklampsie treten generalisierte tonisch-klonische Krämpfe auf. Alle anderen Symptome (Kopfschmerzen, Sehstörungen, Proteinurie, Hypertonie) können auch bei der Präeklampsie vorkommen.
Merke: Eklampsie = Präeklampsie + Krämpfe. "Eklampsia" kommt vom griechischen "plötzliches Aufleuchten/Aufblitzen" — wie ein Blitz (=Krampf) aus dem Nichts.
HELLP-Syndrom
HELLP ist eine lebensbedrohliche Komplikation mit drei Kennzeichen: Hemolysis (Hämolyse) + Elevated Liver enzymes (Leberwerterhöhung) + Low Platelets (Thrombozytopenie). Der Name ist ein Akronym dieser drei Befunde.
Was tritt bei der Eklampsie auf, nicht aber bei der Präeklampsie?
A
KopfschmerzenB
SehstörungenC
ProteinurieD
Generalisierte tonisch-klonische KrämpfeKopfschmerzen, Sehstörungen und Proteinurie können bei beiden auftreten. Das einzige Symptom, das die Eklampsie von der Präeklampsie unterscheidet, sind die generalisierten tonisch-klonischen Krämpfe. Deshalb ist die Eklampsie lebensbedrohlich — sowohl für Mutter als auch für das Kind.
Kapitel 12 · Schwangerschaftskomplikationen
Extrauteringravidität & Wochenbettpsychose
Eileiterschwangerschaft, Schock-Gefahr und psychische Erkrankungen nach der Geburt
Extrauteringravidität (EUG) — Eileiterschwangerschaft
Bei der EUG nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter ein. In 97% der Fälle handelt es sich um eine Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität) — NICHT um eine Bauchhöhlenschwangerschaft (Abdominalgravidität) als Häufigste!
⚠️ Begünstigende Faktoren
IUP (Spirale), Z.n. Salpingitis (Eileiterstenose durch Narben), Endometriose, Voroperation im kleinen Becken
🔬 Ultraschall-Befund
Leere Gebärmutterhöhle trotz positivem Schwangerschaftstest! Klassischer Befund in der vaginalen Sonographie
🩸 Lebensgefahr
Eileiter kann platzen → Blutung in die Bauchhöhle → hämorrhagischer Schock! Sofortiger Notfall
🔎 DD
Differenzialdiagnose Appendizitis! Rechtsseitige EUG vs. Appendizitis kann klinisch ähnlich sein. Immer Schwangerschaftstest!
Verdacht auf EUG + Kreislaufinstabilität = absoluter Notfall, sofortige Klinikeinweisung. Internistisch und gynäkologisch lebensbedrohlich. Spirale schützt vor intrauteriner Schwangerschaft, erhöht aber das Risiko einer EUG!
Psychische Erkrankungen im Wochenbett
| Erkrankung | Zeitpunkt | Symptome | Suizidrisiko |
|---|---|---|---|
| Baby Blues | Tag 3–5 nach Geburt | Weinen, Stimmungsschwankungen, vorübergehend | Nein |
| Postpartale Depression | Wochen nach Geburt (nicht Tage!) | Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Schuldgefühle, Suizidgedanken möglich | Ja! |
| Postpartale Psychose | Innerhalb von Wochen | Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Verwirrtheit — psychiatrischer Notfall | Ja! |
Prüfungsfalle postpartale Depression: (1) Entsteht in den WOCHEN nach der Geburt, NICHT in den ersten Tagen. (2) Suizidrisiko besteht! (3) HP empfiehlt Facharztvorstellung für medikamentöse Abklärung. (4) Baby Blues ist harmlos und kurzfristig — kein Suizidrisiko.
Welche Aussage zur postpartalen Depression ist korrekt?
A
Sie tritt wenige Tage nach der Entbindung auf und klingt nach 2 Wochen ab (Baby Blues)B
Im Gegensatz zur rezidivierenden Depression besteht keine SuizidgefahrC
Sie entwickelt sich meist innerhalb von Wochen nach der Geburt, Suizidgefahr besteht, Facharztüberweisung sinnvollD
Behandlung durch den HP ist ausreichend, keine Facharztüberweisung nötigDie postpartale Depression entwickelt sich typischerweise in den Wochen nach der Geburt (nicht Tage). Sie unterscheidet sich vom Baby Blues durch die Schwere und Dauer. Suizidrisiko besteht wie bei anderen Depressionen. Der HP sollte zur Facharztüberweisung raten, um zu klären, ob medikamentöse Therapie (Antidepressiva, ggf. stillfähige Präparate) nötig ist.
Kapitel 13 · Rechtliches
Hebammengesetz & HP-Grenzen
Was Heilpraktiker in der Geburtshilfe NICHT dürfen — klare Grenzen für die Prüfung
Das Hebammengesetz (HebG)
Das Hebammengesetz schränkt die Ausübung der Heilkunde durch Heilpraktiker in einem wichtigen Bereich ein: Geburtshilfe. Die Leistung der Geburtshilfe ist nach dem HebG Ärzten und Hebammen vorbehalten — Heilpraktiker dürfen nicht aktiv Geburtshilfe leisten!
Was umfasst "Geburtshilfe" nach dem HebG?
Was zum HebG gehört (verboten für HP)
Überwachung des Geburtsverlaufs ab Beginn der Wehen (nicht erst Austreibungsphase!)
Überwachung des gesamten Wochenbettverlaufs (nicht nur bis zur Plazenta oder ersten Laktation)
Leitung der Geburt
Was HP noch darf
Schwangerschaftsbegleitung (Beratung, Naturheilkunde)
Schwangere behandeln (z.B. Rückenschmerzen, Übelkeit)
Erste Hilfe leisten
Hebamme rufen / Notruf absetzen
Hebammengesetz Prüfungsfallen: (1) Geburtshilfe beginnt ab Beginn der Wehen — nicht erst ab Austreibungsphase. (2) Wochenbett = gesamter Wochenbettverlauf — nicht nur bis zur Plazenta oder ersten Laktation. (3) Diese Tätigkeiten sind Ärzten und Hebammen vorbehalten. HP NICHT!
Eselsbrücke Wochenbett: Der HP endet wo die Hebamme anfängt — nämlich mit Beginn der Wehen. Alles danach (Geburt + gesamtes Wochenbett) ist HP-freie Zone.
Was umfasst die Geburtshilfe nach dem Hebammengesetz? (2 richtige)
A
Überwachung erst ab Beginn der AustreibungsphaseB
Überwachung des Geburtsverlaufs ab Beginn der WehenC
Überwachung des gesamten WochenbettverlaufsD
Nur bis zum Abschluss der Nachgeburt (Plazenta)Laut HebG umfasst Geburtshilfe: (1) Die Überwachung ab Beginn der Wehen (nicht erst Austreibungsphase) und (2) den GESAMTEN Wochenbettverlauf (nicht nur bis zur Plazenta oder ersten Laktation). Beide Antworten B und C sind korrekt. Dies ist für Heilpraktiker verboten — nur Ärzte und Hebammen dürfen das.
Kapitel 14 · Pädiatrie
Neugeborenes & Ikterus neonatorum
Physiologische Gelbsucht, Mekonium, Pylorusstenose und Nestschutz
Das Neugeborene — die ersten Tage
| Thema | Details |
|---|---|
| Mekonium | Erster Stuhlgang = Mekonium (dunkelgrün-schwarz, klebrig). Unmittelbar nach Geburt. Ab Tag 2–3 Übergang zu normalem Stuhl. Gestillte Kinder: hellgelber, weicher Stuhl, bis zu 10x/Tag |
| Gewichtsverlust | Physiologisch in den ersten Tagen (bis 10% des Geburtsgewichts). Bis Ende 2. Lebenswoche erholt. |
| Dreimonatskolik | Krampfartiges Schreien, beruhigt sich spontan nach 3 Monaten. Ursache unklar. |
| Nestschutz | Mütterliche IgG-Antikörper plazentagängig → Schutz für ca. 3–6 Monate (nicht 2 Jahre!) |
Neugeborenenikterus (Icterus neonatorum)
Gelbsucht tritt bei ca. 60% aller Neugeborenen auf. Ursache: Abbau fetaler Erythrozyten (mit HbF) → Bilirubin fällt an → Leber des NG noch nicht reif → Bilirubin kann nicht schnell genug konjugiert werden.
Physiologischer Ikterus
Beginn: Tag 2–3
Höhepunkt: Tag 4–5
Abklang: bis Ende 2. Lebenswoche (nicht 10 Wochen!)
Reifgeborene: kein Problem bei normalen Werten
Warnzeichen / pathologisch
Beginn in ersten 24 h = immer pathologisch
Dauer über 2 Wochen = pathologisch, nicht physiologisch!
Apathie, Trinkschwäche → hohe Bilirubinwerte
Bilirubinenzephalopathie (Kernikterus) bei sehr hohen Werten
Frühgeborene: niedrigerer Grenzwert!
Pylorusstenose — schwallartiges Erbrechen beim Säugling
Die hypertrophe Pylorusstenose ist eine Verengung des Magenausgangs (Pylorus) durch Muskelhypertrophie. Typisches Bild in der Prüfung: Säugling 3–6 Wochen alt, nach jeder Mahlzeit schwallartiges Erbrechen im bogenförmigen Strahl, saurer Geruch (nicht gallig!), sichtbare Magenperistaltik, schlechtes Gedeihen, seltene Stühle.
Pylorusstenose = HP-Grenze. Sofortige Einweisung zum Kinderarzt / Kinderklinik. Keine Abwartetaktik, kein Ernährungstagbuch über 8 Wochen!
Ein 5 Wochen alter Säugling erbricht nach jeder Mahlzeit schwallartig, das Erbrochene riecht sauer, er gedeiht schlecht. Was ist am wahrscheinlichsten?
A
DreimonatskolikB
M. HirschsprungC
PylorusstenoseD
Ulcus duodeniPylorusstenose: Klassisch ist der 3–6 Wochen alte Säugling mit schwallartigen (nicht galligen!) Erbrechen nach jeder Mahlzeit. Sichtbare Magenperistaltik ist pathognomonisch. Schlechtes Gedeihen durch Malnutrition. Sofortige Einweisung — operative Behandlung (Pylorotomie nach Ramstedt). M. Hirschsprung = kein Mekoniumabgang, aufgetriebenes Abdomen. Dreimonatskolik = Schreien, kein Erbrechen.
Kapitel 15 · Kindliche Entwicklung
Entwicklungsmeilensteine
Was ein Kind wann können sollte — Zahlen und Fakten für die Prüfung
Motorische Entwicklung — Meilensteine
| Alter | Motorik | Sprache / Sozial |
|---|---|---|
| 2 Monate | Kopf in Bauchlage kurz anheben | Soziales Lächeln |
| 3–4 Monate | Kopf stabil halten, Körper stützen | Gurren, Brabbeln |
| 6 Monate | Drehen, mit Unterstützung sitzen — NICHT frei sitzen! | Silben ("ba ba") |
| 8–9 Monate | Frei sitzen, gezielt greifen, Krabbeln | Mama/Papa undifferenziert |
| 12 Monate | Freies Stehen, erste Schritte | Erste sinnvolle Worte (Mama, Papa) |
| 18 Monate | Sicher laufen, Treppe mit Hilfe | 10–50 Wörter |
| 2 Jahre | Laufen, Rennen, Treppe selbst | 2-Wort-Sätze |
| 3 Jahre | Auf einem Bein stehen, dreirädriges Fahrrad | 3-Wort-Sätze, Ich-Form |
Prüfungsfallen: (1) Mit 5 Monaten kann ein Kind NICHT frei sitzen — erst ca. 8–9 Monate! (2) Mit 12 Monaten: erste sinnvolle Wörter. (3) Mit 4 Monaten auf einem Bein hüpfen ist unmöglich. (4) Normales Geburtsgewicht verdreifacht sich bis zum Ende des 1. Lebensjahres (ca. 10 kg aus ca. 3,3 kg).
Reflexe beim Neugeborenen und Kleinkind
👶 Saugreflex
Vorhanden ab Geburt bis ca. 6. Monat
🔄 Moro-Reflex
Schreckreflex bei lauten Geräuschen. Normal bis ca. 4–5 Monate. Fehlt er: neurologisches Problem
🦶 Babinski-Reflex
Beim Säugling physiologisch (Zehen spreizen sich). Beim Erwachsenen pathologisch (Zeichen für Pyramidenbahnschaden). Bis ca. 2 Jahre normal, nicht bis ins 4. Lebensjahr!
🎯 Kremasterreflex
Bestreichen der Innenseite des Oberschenkels → Hoden zieht hoch. Fehlt bei Hodentorsion!
Trotzphase & normale Entwicklungsphasen
Die Trotzphase (Autonomiephase) beginnt typisch im 2.–3. Lebensjahr (nicht im 5. Jahr). Das Kind begreift seine Selbständigkeit und testet Grenzen. Normaler Entwicklungsschritt.
Was sollte ein gesundes Kind mit 12 Monaten können?
A
Frei sitzen (6 Monate)B
Erste sinnvolle Wörter sprechen und erste Schritte machenC
Auf einem Bein hüpfen (3–4 Jahre)D
3-Wort-Sätze bilden (2,5–3 Jahre)Mit 12 Monaten: freies Stehen, erste unsichere Schritte, und erste sinnvolle Wörter wie "Mama" oder "Papa" differenziert (nicht nur Lautmalerei). Freies Sitzen gelingt bereits mit ca. 8–9 Monaten. Auf einem Bein hüpfen erst ab ca. 3–4 Jahren. 3-Wort-Sätze kommen mit ca. 2,5–3 Jahren.
Kapitel 16 · Prävention
Impfungen & Neugeborenen-Screening
STIKO-Empfehlungen, Grundimmunisierung und was im ersten Lebensjahr gilt
Grundimmunisierung — was muss sein?
Die STIKO (Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut) empfiehlt eine vollständige Grundimmunisierung. Die wichtigsten Impfungen ab Säuglingsalter:
| Impfung | Beginn | STIKO-Empfehlung |
|---|---|---|
| Diphtherie | ab 6 Wochen / 2 Monate | Ja, STIKO-Empfehlung |
| Tetanus | ab 2 Monate | Ja, STIKO-Empfehlung |
| Pertussis (Keuchhusten) | ab 2 Monate | Ja — muss bis 6. Monat Impfungen erhalten haben! |
| Poliomyelitis | ab 2 Monate | Ja, STIKO-Empfehlung |
| Hepatitis B | ab 2 Monate | Ja, STIKO-Empfehlung |
| Hib | ab 2 Monate | Ja |
| Masern-Mumps-Röteln (MMR) | 11–14 Monate | Ja (Masernimpfpflicht seit 2020) |
| Windpocken (Varizellen) | 11–14 Monate | Ja, empfohlen |
| HPV | 9–14 Jahre | Ja (Mädchen + Jungen) |
In Deutschland besteht keine allgemeine Impfpflicht für Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio oder Hepatitis B — diese sind STIKO-Empfehlungen. Ausnahme: Masern-Nachweispflicht gemäß § 20 IfSG für bestimmte Gemeinschaftseinrichtungen (Kitas, Schulen, Heime) seit 2020 — aber auch das ist keine klassische Impfpflicht!
Was wird NICHT geimpft: Ringelröteln (Parvovirus B19) — keine STIKO-Impfempfehlung! Mononukleose (EBV) — keine Impfung verfügbar. EHEC — keine Impfung. Diese drei tauchen in der Prüfung als Fallen auf!
Neugeborenen-Screening
Das Neugeborenen-Screening (Bluttest aus der Ferse, ca. 36–72 h nach Geburt) dient der Früherkennung angeborener Störungen, die behandelbar sind:
✅ Gehört dazu
Phenylketonurie (PKU), Hypothyreose (TSH), Galaktosämie, MCAD-Mangel, Ahornsirupererkrankung und weitere Stoffwechselstörungen
❌ Gehört NICHT dazu
Down-Syndrom (pränatal, nicht Screening-Programm), Zöliakie, Rachitis. Kein Albumingehalt im Stuhl! (Prüfungsfalle)
Welche Impfung empfiehlt die STIKO NICHT für Kinder?
A
MasernB
Windpocken (Varizellen)C
RingelrötelnD
Hepatitis BRingelröteln (Parvovirus B19) — dafür gibt es keine verfügbare Impfung und keine STIKO-Empfehlung. Masern (MMR-Impfpflicht seit 2020), Varizellen (Windpocken) und Hepatitis B werden empfohlen. Gegen Mononukleose (EBV) gibt es ebenfalls keine Impfung — eine häufige Prüfungsfalle zusammen mit Ringelröteln.
Kapitel 17 · Pädiatrie
Kinderkrankheiten & Fieberkrampf
EBV, Scharlach, Fremdkörperaspiration, Fieberkrämpfe und wann sofort eingewiesen werden muss
Wichtige Kinderkrankheiten im Überblick
| Erkrankung | Erreger | Besonderheit für HP |
|---|---|---|
| Scharlach | β-hämolysierende Streptokokken Gr. A | Antibiotikatherapie (Penicillin) — HP-Grenze: sofort Arzt! |
| Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) | EBV (Epstein-Barr-Virus) | Verläuft im Kleinkindalter meist asymptomatisch! Erst im Jugendalter symptomatisch. Keine Impfung. |
| Ringelröteln | Parvovirus B19 | Girlandenmuster im Gesicht. Gefährlich für Schwangere! Keine Impfung. |
| Windpocken | Varizella-Zoster-Virus | Impfung empfohlen. Reaktivierung = Herpes Zoster (Gürtelrose) |
| Mukoviszidose (Zystische Fibrose) | Genetisch (CFTR-Gen) | NICHT durch Vitamin-A-Mangel! Autosomal-rezessiv. Zähes Sekret in Lunge + Pankreas. |
Fieberkrampf — was du wissen musst
Fieberkrämpfe treten typisch bei Kindern zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 5. Lebensjahr auf. Sie entstehen nicht erst ab 40°C — oft schon ab ca. 38,5°C, besonders beim raschen Fieberanstieg.
Fakten zum Fieberkrampf
Alter: 6 Monate – 5 Jahre typisch
Entsteht oft beim schnellen Fieberanstieg, nicht erst bei 40°C
Bewusstseinsverlust kann vorkommen
Zungenbiss und Einnässen möglich (wie bei großem Anfall)
Dauer meist unter 5 Minuten (einfacher Fieberkrampf)
Was FALSCH ist (Prüfungsfallen)
Cortison zur Anfallsunterbrechung ist FALSCH (Diazepam rektal!)
Fieberkrampf → nicht automatisch Epilepsie
Nach Fieberkrampf darf wieder geimpft werden!
Zungenbiss und Einnässen kommen durchaus vor
Fremdkörperaspiration — Notfall beim gesunden Kind
Wenn ein bisher gesundes, fieberfreies Kleinkind plötzlich hustet und Zeichen der Atemnot entwickelt: Fremdkörperaspiration bis zum Beweis des Gegenteils. Sofort Notarzt / Klinik!
Wann Säuglinge sofort einweisen?
Ein Säugling unter 3 Monaten mit Fieber ≥ 38°C muss sofort in die Kinderklinik — auch wenn er schläft und gerade ruhig ist! Sepsis und Meningitis können sich bei Säuglingen rasch entwickeln und zeigen atypische Zeichen. Niemals abwarten, keinen nächsten Termin vereinbaren!
Was ist beim Fieberkrampf FALSCH?
A
Betroffen sind vor allem Kinder zwischen 6 Monaten und 5 JahrenB
Es kann zum Bewusstseinsverlust kommenC
Zur Anfallsunterbrechung sollte Cortison gegeben werdenD
Zungenbisse und Einnässen können vorkommenCortison ist FALSCH zur Anfallsunterbrechung. Das Mittel der Wahl beim anhaltenden Fieberkrampf ist Diazepam rektal (Rectiole). Cortison ist nicht wirksam und auch nicht indiziert. Alle anderen Aussagen stimmen: Das Alter 6 Monate – 5 Jahre ist typisch, Bewusstseinsverlust und Zungenbisse können auftreten.
Kapitel 18 · Genetik
Chromosomenstörungen & Fetopathien
Down-Syndrom, Klinefelter, Turner und Alkoholembryopathie — Prüfungsklassiker
Trisomie 21 — Down-Syndrom
Die häufigste Chromosomenaberration. Ein überschüssiges Chromosom 21 (nicht X-Chromosom!). Numerische Chromosomenaberration (Trisomie), keine Strukturanomalie.
Typische Merkmale Trisomie 21
Faziale Stigmata: Epikanthus (Hautfalte am inneren Augenwinkel), lateral ansteigende Lidachse (Mongolismus-Falten), Makroglossie (vergrößerte Zunge!)
Kleiner Kopf (Mikrozephalie) — NICHT Makrozephalie!
Niedriger breiter Nasenrücken, kleine Ohren (tief sitzend, klein)
Hypotonie (schlaffe Muskulatur)
Herzfehler (häufig! ASD, VSD, AVSD)
Erhöhtes Demenzrisiko im Erwachsenenalter (Alzheimer)
Prüfungsfallen Trisomie 21
Inzidenz steigt mit Alter der Mutter (nicht sinkt!)
Vergrößerte Zunge (Makroglossie) — nicht erhöhte Speichelproduktion!
Kleiner Kopf (Mikrozephalie) — nicht Makrozephalie!
Herzerkrankungen sind HÄUFIG (nicht selten)
Überschüssiges Chromosom 21 — nicht X-Chromosom
Bei Männern: kein Hochwuchs (eher Kleinwuchs)
Weitere Chromosomenstörungen
| Syndrom | Chromosom | Merkmale |
|---|---|---|
| Klinefelter (XXY) | +X beim Mann (47, XXY) | Männlicher Phänotyp, aber: Hodenatrophie, Infertilität, Gynäkomastie, Hochwuchs |
| Turner (X0) | Fehlendes X bei Frau (45, X) | Kleinwuchs, Pterygium colli (Flügelfell), Amenorrhoe, Sterilität, Herzfehler |
| Trisomie 21 | +Chromosom 21 | Wie oben |
Klinefelter + Turner + Down = alle Chromosomenstörungen (numerisch). Parkinson-Syndrom und Cauda-Syndrom sind KEINE Chromosomenstörungen — sie sind neurodegenerativ bzw. neurologisch. Prüfungsfalle: diese als Antwortoptionen aufgelistet!
Alkoholembryofetopathie (FAS)
Schädigung des Fetus durch Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft. Leitsymptome: Minderwuchs, Mikrozephalie, verstrichenes Philtrum, schmales Oberlippenrot, kurze Lidspalten, fliehendes Kinn.
Alkohol → Fetopathie = Mikrozephalie + verstrichenes Philtrum + kleines Geburtsgewicht. NICHT 4000g und 53cm Geburtsmaße (das wäre normal oder groß). Röteln in der Schwangerschaft → Rötelnembryopathie (Trias: Herzfehler, Katarakt, Innenohrschwerhörigkeit).
Welche Aussage zur Trisomie 21 ist korrekt?
A
Die Inzidenz nimmt mit steigendem Alter der Schwangeren abB
Herzerkrankungen sind seltenC
Typisch ist eine MakrozephalieD
Typisch sind Makroglossie und eine lateral ansteigende Lidachse, im Erwachsenenalter erhöhtes DemenzrisikoDie Inzidenz der Trisomie 21 STEIGT mit dem Alter der Mutter (nicht sinkt). Herzerkrankungen sind HÄUFIG (ca. 40–50%). Typisch ist Mikrozephalie (kleiner Kopf), nicht Makrozephalie. Korrekt sind: Makroglossie (vergrößerte Zunge), lateral ansteigende Lidachse (Epikanthus), und im Erwachsenenalter ein deutlich erhöhtes Alzheimer-Risiko.
Kapitel 19 · Geriatrie
Altersphysiologie & Sinnesveränderungen
Was im Körper mit dem Alter passiert — physiologische Veränderungen, die die Prüfung abfragt
Physiologische Veränderungen im Alter
| System | Veränderung | Klinische Konsequenz |
|---|---|---|
| Hören | Presbyakusis: Verlust vor allem im Hochtonbereich. Innenohrschwerhörigkeit. | Sprachverstehen verschlechtert. Hörstörungen können psychische Symptome hervorrufen (Depression, Paranoia). |
| Sehen | Presbyopie, Katarakt, Makuladegeneration, Glaukom | Katarakt: Visusminderung + Blendungsempfindlichkeit + verminderte Kontrastwahrnehmung |
| Riechen | Hyposmie / Anosmie — Riechvermögen nimmt deutlich ab! | Unterernährungsrisiko, Gefahren nicht erkannt. NICHT "bleibt erhalten"! |
| Schwindel | Oft multifaktoriell: vestibulär, zerebral, orthopädisch, medikamentös, kardiovaskulär | Sturzrisiko ↑. Nie nur eine Ursache. |
| Niere | GFR sinkt ca. 1 ml/min/Jahr ab 40 | Medikamentendosierungen anpassen! Akkumulationsgefahr. |
| Muskeln | Sarkopenie ab ca. 70 J. beschleunigt | Sturzrisiko, Frailty, Immobilität |
| Knochen | Knochendichte sinkt | Frakturrisiko: Wirbelkörper, Schenkelhals, distaler Radius |
Altprüfung Sinnesorgane: (1) Hochtonbereich zuerst ✓. (2) Hörstörungen → psychische Symptome ✓. (3) Schwindel = multifaktoriell ✓. (4) Katarakt = Visusminderung + Blendung + Kontrastminderung ✓. (5) Riechvermögen bleibt erhalten = FALSCH! → Richtige Antwort C: nur 1,2,3,4 sind richtig.
Welche Aussage zu altersbedingten Sinnesveränderungen ist FALSCH?
A
Hörvermögen nimmt vor allem im Hochtonbereich abB
Hörstörungen können psychische Symptome hervorrufenC
Schwindel im Alter ist oft multifaktoriell bedingtD
Das Riechvermögen bleibt auch im hohen Alter unvermindert erhaltenDas Riechvermögen nimmt im Alter deutlich ab (physiologische Hyposmie bis Anosmie). "Bleibt unvermindert erhalten" ist falsch und eine klassische Prüfungsfalle. Alle anderen Aussagen sind korrekt.
Kapitel 20 · Geriatrie
Frailty & geriatrische Syndrome
Gebrechlichkeit, Assessment-Instrumente und typische geriatrische Probleme
Frailty (Gebrechlichkeit) — direkt aus Altprüfungen!
Frailty ist ein mehrdimensionales Syndrom (körperlich, kognitiv, sozial) mit progredientem Funktionsverlust. Es ist nicht durch eine spezifische Grunderkrankung definiert und kein spezifischer Alzheimer-Indikator — beides klassische Prüfungsfallen!
Was Frailty IST (richtig)
Mehrdimensionales Syndrom (körperlich + kognitiv + sozial)
Progredienter Verlust diverser Funktionen
Erfassung mit Frailty-Scales
Time up and Go-Test, Balancetests, isometrische Handgriffstärke (Greifkraft) zur Diagnostik
Was Frailty NICHT IST (Fallen)
Nicht durch spezifische Grunderkrankung definiert
Kein spezifischer Alzheimer-Indikator
Nicht nur körperlich
Nicht normale Altersschwäche
Altprüfung Frailty: richtige Kombination = nur 1, 3 und 4 sind richtig (Antwort C). (1) mehrdimensionales Syndrom ✓. (3) Frailty-Scale ✓. (4) TUG + Balancetests + Greifkraft ✓. FALSCH: (2) nicht durch Grunderkrankung definiert. (5) kein Alzheimer-Indikator.
Geriatrische Syndrome
Stürze
Häufigste Ursache Pflegebedürftigkeit. Multifaktoriell. Oberschenkelhalsfraktur als Folge.
Inkontinenz
Harninkontinenz sehr häufig. Typen: Drang-, Stress-, Überlauf-, iatrogen.
Delir
Akute Verwirrtheit, fluktuierend, reversibel! Ursachen: Infekt, Medikament, OP.
Malnutrition
Durch Riechverlust, Schluckstörungen, Einsamkeit, Depression, Polypharmazie.
Welche Aussagenkombination zu Frailty ist richtig?
A
Nur 1 und 2 (mehrdimensional + durch Grunderkrankung definiert)B
Nur 2, 4 und 5C
Nur 1, 3 und 4 (mehrdimensional + Frailty-Scale + Funktionstests)D
Nur 2, 3 und 5Richtig: (1) mehrdimensionales Syndrom ✓. (3) Frailty-Scales ✓. (4) TUG, Balancetests, Greifkraft ✓. Falsch: (2) nicht durch Grunderkrankung definiert — häufigster Fehler. (5) Frailty weist nicht spezifisch auf Alzheimer hin.
Kapitel 21 · Geriatrie
Demenz & Depression im Alter
Alzheimer, vaskuläre Demenz, Abgrenzung vom Delir und Pseudodemenz
Demenz-Typen
| Typ | Häufigkeit | Merkmale |
|---|---|---|
| Alzheimer | 60–70% | Schleichend. Erst Kurzzeitgedächtnis ↓. Acetylcholinmangel. Irreversibel progredient. |
| Vaskuläre Demenz | 15–20% | Stufenförmiger Verlauf. Risikofaktoren: Hypertonie, Diabetes, Rauchen, Vorhofflimmern. |
| Lewy-Körper-Demenz | 15% | Fluktuierende Kognition, visuelle Halluzinationen, Parkinson-Zeichen. |
| Frontotemporale Demenz | Seltener | Persönlichkeitsveränderungen, Enthemmung — nicht primär Gedächtnis |
Demenz vs. Delir vs. Depression
| Merkmal | Demenz | Delir | Depression (Alter) |
|---|---|---|---|
| Beginn | Schleichend, Monate/Jahre | Akut, Stunden–Tage | Subakut, Wochen |
| Verlauf | Chronisch progredient | Fluktuierend, reversibel! | Episodisch, reversibel |
| Bewusstsein | Normal (anfangs) | Bewusstseinstrübung | Normal |
| Kognition | Progredient gestört | Akut fluktuierend | Pseudodemenz möglich! |
Pseudodemenz = Depression im Alter, die wie Demenz aussieht. Depressive klagen über Defizite, Demente bagatellisieren sie. Depression ist behandelbar → immer ausschließen!
Was unterscheidet das Delir sicher von der Demenz?
A
Delir beginnt schleichend über MonateB
Delir beginnt akut (Stunden–Tage), ist reversibel und zeigt BewusstseinstrübungC
Delir ist irreversibel und chronischD
Beim Delir ist das Bewusstsein normalDelir = akut (Stunden–Tage), fluktuierend, Bewusstseinstrübung, potenziell reversibel. Demenz = schleichend, chronisch progredient, anfangs normales Bewusstsein.
Kapitel 22 · Geriatrie
Polypharmazie & Sturzprävention
Medikamentenprobleme im Alter, Sturzrisiko und was der HP konkret tun kann
Polypharmazie — Definition und Risiken
Polypharmazie = gleichzeitige Einnahme von ≥5 Medikamenten. Im Alter problematisch durch: Nierenfunktionsverlust → Akkumulation, Leberstoffwechsel langsamer → verzögerte Metabolisierung, verändertes Verteilungsvolumen, exponentiell steigendes Interaktionsrisiko.
Benzodiazepine
Sturzrisiko ↑, Abhängigkeit, kognitive Beeinträchtigung. Keine Langzeitgabe im Alter!
Anticholinergika
Kognitive Beeinträchtigung, Delir-Risiko, Harnverhalt. Z.B. trizyklische Antidepressiva, alte Antihistaminika.
NSAR
GI-Blutungsrisiko, Nierenfunktionsstörung, Herzinsuffizienz-Dekompensation.
Antihypertensiva / Diuretika
Orthostatische Hypotonie → Schwindel → Sturz. Zielblutdruck im Alter anpassen!
Sturz-Risikofaktoren
Intrinsisch (Person)
Muskelschwäche (Sarkopenie)
Gleichgewichtsstörungen, Schwindel
Sehstörungen (Katarakt, Glaukom)
Kognitive Einschränkung
Medikamente (Benzodiazepine, Antihypertensiva)
Orthostatische Hypotonie
Extrinsisch (Umgebung)
Stolperfallen: Teppiche, Schwellen, Kabel
Ungeeignetes Schuhwerk
Schlechte Beleuchtung
Fehlende Haltegriffe im Bad
Langer Weg zur Toilette nachts
CLL (chronische lymphatische Leukämie) + BPS: typisch ältere Männer >50 J. (Prüfungsfrage!). Hodenkarzinom = 20–40 J. Varikozele = 15–25 J. Neuroblastom = Kleinkinder. CLL ist häufigste Leukämie des Erwachsenen in Europa — vorwiegend ältere Männer.
Welche zwei Erkrankungen betreffen vorwiegend ältere Männer über 50 Jahre?
A
Chronische lymphatische Leukämie (CLL) und Benigne Prostatahyperplasie (BPS)B
Hodenkarzinom und VarikozeleC
Neuroblastom und HodenkarzinomD
Varikozele und BPSCLL: typisch ältere Männer >50–60 J. (häufigste Leukämie des Erwachsenen in Europa). BPS: ab ca. 50 Jahren. Hodenkarzinom = 20–40 J. Varikozele = 15–25 J. Neuroblastom = Kleinkinder <5 J.
Kapitel 23 · Prüfungsvorbereitung
Altprüfungs-Hits & Finale Quiz
Die 10 häufigsten Fehler, typische Prüfungsfallen und ein Abschlusstest aus echten HP-Fragen
Die 10 häufigsten Prüfungsfallen in diesem Themenblock
Schwangerschaftsdauer: 40 Wochen (nicht 30!)
Folsäure in der Schwangerschaft: erhöht, nicht vermindert
Häufige Schwangerschaften / Stillen: Risiko für Mamma- und Ovarialkarzinom wird GESENKT (nicht erhöht)
Mammakarzinom-Lokalisation: oberer äußerer Quadrant (nicht unten innen)
PSA: erhöhter Wert ist NICHT beweisend für Karzinom
Bartholinitis-Erreger: NICHT Treponema pallidum (das ist Syphilis)
Prehn-Zeichen: nicht zuverlässig → trotzdem sofort Klinik bei V.a. Torsion
Myomentstehung: vor der Menopause (nicht danach)
Trisomie 21: Mikrozephalie + Makroglossie (nicht Makrozephalie, nicht X-Chromosom)
Fieberkrampf-Therapie: Diazepam rektal (nicht Cortison)
Finales Quiz — Altprüfungsfragen
1. Welcher Antikörper gelangt durch die Plazentaschranke auf das Kind (Nestschutz)?
A
IgMB
IgGC
IgAD
IgENur IgG ist plazentagängig. IgG ist der einzige Antikörper, der aktiv über die Plazenta transportiert wird und dem Neugeborenen passiven Immunschutz (Nestschutz) für ca. 3–6 Monate bietet. IgA wird über die Muttermilch übertragen, nicht über die Plazenta.
2. Wo metastasiert das Prostatakarzinom bevorzugt?
A
KnochenB
LungeC
LeberD
GehirnDas Prostatakarzinom metastasiert bevorzugt in die Knochen — besonders Wirbelsäule, Becken und proximaler Femur. Diese osteoblastischen Metastasen führen zu Knochenschmerzen und erhöhter Frakturanfälligkeit. Ein erhöhter PSA nach Prostatektomie weist auf ein Rezidiv hin.
3. Was ist typisch für das HELLP-Syndrom?
A
Thrombozytose, Leberwerterhöhung, HämolyseB
Glukosetoleranzstörung und Alpha-Amylase-AnstiegC
Hämolyse, erhöhte Leberenzyme, ThrombozytopenieD
Hypertonie, Proteinurie, KrampfanfälleHELLP = Hemolysis + Elevated Liver enzymes + Low Platelets (Thrombozytopenie, nicht Thrombozytose!). Glukosetoleranzstörung und Alpha-Amylase gehören nicht zum HELLP-Syndrom. Krampfanfälle = Eklampsie (nicht HELLP). HELLP kann ohne vorherige Hypertonie auftreten.
4. Welche Erkrankung verläuft bei Kleinkindern oft asymptomatisch?
A
ScharlachB
Epstein-Barr-Virus-Infektion (Mononukleose)C
HodentorsionD
PylorusstenoseEBV-Infektion (Pfeiffersches Drüsenfieber / Mononukleose) verläuft im Kleinkindalter meist asymptomatisch oder als banale Erkältung. Erst bei Erstinfektion im Jugendalter / Erwachsenenalter kommt das klassische Bild (Lymphknotenschwellung, Angina, Splenomegalie). Scharlach verläuft immer symptomatisch und muss mit Antibiotika behandelt werden.
5. Eine 38-jährige Schwangere in der 34. SSW hat RR 195/110 mmHg, Beinödeme und Proteinurie. Was tun?
A
Linksseitenlage und Ruhe empfehlen — Vena-cava-KompressionssyndromB
Sammelurin und Nierenwerte — Nierenerkrankung klärenC
Notfallmäßige Krankenhauseinweisung — Präeklampsie!D
Tägliche Blutdruckkontrollen und Ruhe zu HauseKlassische Präeklampsie: Hypertonie (> 140/90) + Proteinurie + Ödeme in der Schwangerschaft ab SSW 20. RR 195/110 ist eine hypertensive Krise. Sofortige notfallmäßige Klinikeinweisung! Abwarten ist lebensgefährlich. Das Vena-cava-Kompressionssyndrom verursacht Hypotonie in Rückenlage — hier ist das Gegenteil (Hypertonie). Sammelurin und Laborwerte werden in der Klinik gemacht.
🎓 Glückwunsch! Du hast alle 19 Kapitel zu Geschlechtsorganen, Schwangerschaft und Pädiatrie abgeschlossen. Prüfe dich selbst: Kannst du alle 10 Prüfungsfallen aus diesem Kapitel auswendig nennen? Das sind genau die Punkte, die in echten HP-Prüfungen den Unterschied machen!